Und der Nazi-Freund sollte sich eilen: Schon bald sind auch die letzten Richter, Generäle und Unternehmer a.D. verstorben, die sich um die nationalsozialistische Sache verdient gemacht haben und es danach zu bundesrepublikanischen (resp. deutschdemokratischen) Ehren brachten. Diesen aufregenden Spuren einer tatsächlich immer noch nicht aufgearbeiteten Vergangenheit spürt der Helgoländer Vorbote in seiner exklusiven Serie für den Nazi-Freund nach. In Teil 1 stellen wir hässliche Partyreste aus Nürnberg und Schweinfurt vor.
Nürnberg:
Die Stadt der Reichsparteitage hat es sich nicht nehmen lassen „Herrn Direktor Dipl.-Ing. Karl Diehl
“ noch 1997 zum Ehrenbürger
zu machen. Das beflissene Antragen dieser Würde durch die CSU an den Rüstungsfabrikanten
wurde zwar von den üblichen Verdächtigen aus der linken Szene heftig kritisiert. Dennoch: Die läppische Ausbeutung von Zwangsarbeitern macht den „Mäzen des Alten Nürnberg
“ nur zu einem Fiesling mittlerer Klasse.
Fazit: Nichts für Hard-Core-Faschisten. Der normale Nazi-Freund aber wird sich auch am historischen Ambiente der urdeutschen Stadt erfreuen und im Geiste Adolfs Gekreische über das ehemalige Reichsparteitagsgelände wabern hören.
Schweinfurt:Der Tipp für Freunde des braunen Fußballs: das Willy-Sachs-Stadion
des FC Schweinfurt 05. Stifter Willy Sachs erfreute nicht nur diverse Nazi-Größe auf seiner Jagd, sondern brachte es auch zum SS-Obersturmbannführer. Natürlich blieb der Industrielle auch seiner Heimatstadt
über den Tod hinaus als Ehrenbürger verbunden.Fazit: Wer auf Braunhemden steht, besucht das Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion