Der ganze Kapitalismus basiert ja auf der perversen Idee, mit Geld könne man sich alles kaufen: Land zum Beispiel (der Grundirrsinn des Systems) oder Geld (ganze Länder hängen inzwischen vom Ach und Weh der Devisenspekulanten ab) oder Politik (Parteispenden legal und illegal) oder Krieg (Afghanistan) oder Frieden (Russland etwa, China). Wenn Politiker nun meinen, man müsse einen gesetzlichen Rahmen für Managergehälter schaffen (über all die Rahmen, die es ja schon gibt!) kann das nur ein Ausfall des Resthirns sein. Diese Diagnose unterstreicht
Was die Managergehaltbegrenzer wie immer natürlich völlig übersehen ist, dass man nicht nur mit Geld pervers überbezahlt werden kann. Sondern auch mit Aufmerksamkeit. Der Begriff "politische Klasse" klingt wirklich dämlich, ist inhaltlich aber treffend: Politiker sind wie eh und je ein eigener Stand, eine eigene Klasse - wenn man sich da auch inzwischen bei hinreichend schlechter Veranlagung selbst hineinposaunen kann. Selbst der kleinste hauptamtliche Bürgermeister kann sich wichtig fühlen, ist eben nicht nur Bürgermeister, sondern gleich Vorsitzender und Aufsichtsratschef und weiß der Kuckuck was alles. Er ist schließlich der Staat, er ist der Lokalregent, er ist Gottes Stellvertreter in seinem Kaff.
Der Berufspolitiker ist nicht nur finanziell völlig überbezahlt angesichts des unendlichen Chaos', das er anrichtet oder zumindest nicht stoppt. Er ist völlig überbezahlt mit Texten und Fotos, mit Talkshows und Interviews, mit Partyeinladungen, mit Posten in selbstgeschaffenen Gremien, öffentlich-rechtlichen Anstalten und privatwirtschaftlicher Schmierwirtschaft.