Neuer Wikipedia-Skandal | 30.06.2007

Das Sommerloch im dt. Journalismus

Sommerloch bezeichnet Zeitabschnitte, in denen die Unfähigkeit deutscher Journalisten, Journalismus zu betreiben, nicht von kolportier- und kommentierbarer Politikersülze verdeckt wird. Bei Zeitungsjournalisten löst die so verursachte Weißfläche im Umbruch einen Textreflex aus, bei dem solange jeder verfügbare Text ins Blatt gekippt wird, bis die Weißflächen zwischen den Anzeigen verschwunden sind. In manchen Tageszeitungen werden neben Text auch Bilder verwurstet.
Bei Fernsehjournalisten löst der Sommerloch verursachte Blackscreen einen Replayreflex aus. Da dieser ungleich weniger journalistische Kraft absorbiert als der Textreflex, müssen Fernsehjournalisten in Sommerlöchern z.T. wochenlang ihre Kameras und Mikrofone auseinanderbauen, putzen und wieder zusammensetzen.

(Quelle: Helgoländer Vorbote, http://www.satire-zeitung.de/Kolumnen/2024.html)