Strategiepapier | 20.05.2006

Wie können die Deutschen am besten aussterben?

Die Deutschen sterben aus und werden vorher alt. Politiker sehen darin ein Problem und antworten mit hausbackenen Vorschlägen: sie wollen die Kinderproduktion verstaatlichen oder Afrikaner eindeutschen. Dagegen hat sich nun der „Think-Tank“ des Helgoländer Vorboten ganz neue Strategien ausgedacht: für das gelungene Aussterben der Deutschen!
Insgesamt vier Modelle können etwa bis März 2053 umgesetzt werden:

1. Die Stichtagslösung

Zum 31. März 2053 nehmen die meisten Deutschen ein starkes Medikament und entschlafen. Die Übrigen werden für Aufräum- und Wartungsarbeiten weiter beschäftigt und versterben gleitend. Allerdings: Die Regelung verstößt möglicherweise gegen das in der Verfassung grundgelegte Gebot der Gleichbehandlung.

2. Spezialisierung

Deutschland spezialisiert sich auf das Altern und Dahinsiechen. Eine Alten-Industrie wird aufgebaut; Deutschland strebt die Rolle des Weltmarktführers an. Ab dem 50. Lebensjahr ist jeder Deutsche Berufssenior: Er zeigt als Diabetes-Guide wie man sich für eine Alterskrankheit qualifiziert und lange Tage durch Arztbesuche abwechslungsreich gestalten kann. Daneben werden Rentner-Parks eingerichtet, wo Ausländer die letzten deutschen besichtigen können – Tafeln erinnern an die vergangenen Leistungen der Deutschen: Wirtschaftswunder, Fußballweltmeister, 2. Weltkrieg. Nach China (1 Milliarde künftige Alte!) werden komplette deutsche Altenheime verschifft und dort als moderne Entsorgungstechnik verkauft.

3. Desintegration

Die allermeisten Deutschen haben Vorfahren aus dem Ausland: sie werden dahin ausgebürgert. Deutschland schließt entsprechende Rücknahmeabkommen mit den Herkunftsländern. Die Ausbürgerungspflichtigen müssen an Desintegrationskursen teilnehmen und ihre schlechten Deutschkenntnisse auch nachweisen. Sie werden auf die Albernheit deutscher Sitten und Gebräuche hingewiesen und bekennen, dass sie die Verfassung nicht kennen.
Die zum 1. Januar 2053 verbliebenen, reinrassigen Restdeutschen werden in ein Altersheim auf Madagaskar deportiert.

4. Spaß haben

Hierzu wird der deutsche Arbeitsmarkt schlank gemacht: Alle die mit ihrer Arbeit nichts zum Wohlleben beitragen oder es erschweren (Werber, Autobahnbauer, Beamte, Berater, Anwälte etc. etc.) bleiben zu Hause und überlegen wie die Deutschen im Leben Spaß haben können. Danach sterben sie. Für die anderthalb Millionen Deutsche, die auch weiterhin arbeiten sollen, wird die Fiktion aufrecht erhalten, die Arbeit sei der Sinn des Lebens.

(Quelle: Helgoländer Vorbote, http://www.satire-zeitung.de/NPD_Fan-Club/1480.html)