
30.000 Deutsche sind real süchtig nach virtuellem Sex, meldet das Computermagazin
CHIP online 
. Vor allem Männer trieben sich zwanghaft in den „Rotlichtbezirken des Internet“ herum. „Es kann jeden treffen“, warnt Werner Platz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Vivantes Humboldt-Klinikum in Berlin. Wer sich beim Surfen selbst mit der Hand in der Hose erwischt, sollte den Ernst der Lage nicht verkennen, denn die Rückfallquote ist hoch und die Phrasen sind beängstigend.
Die „Klick-und-weg-Mentalität“ nämlich ist tödlich für „das Mystische am Sex“ und letztlich gar für den „Reiz der Erotik“ selbst. Oliver Seemann vom Münchener Therapiezentrum für Internet-Abhängige hat intensiv geforscht: „Es ist eine Illusion zu glauben, ausschweifende Sex-Chats oder ungezügelte Web-Pornographie könnten eine bestehende Beziehung nicht gefährden.“ Ganz andere Sex-Probleme gibt es dagegen im
Berliner Zoo 
. Dort platzen die Gehege aus allen Nähten, weil bestehende Beziehungen unter den Zootieren offenbar, von virtuellen Ablenkungen völlig ungefährdet, beängstigend produktiv sind. Jetzt musste Zoo-Tierarzt Dr. Andreas Ochs [sic] zu drastischen Maßnahmen greifen. Leopardinnen kriegen die Pille, der Wildpferdhengst wurde kastriert und der Ziegenbock in Einzelhaft genommen: „Wir haben den Burschen auf Sex-Entzug gestellt, weil sonst zu viele Zicklein geboren werden und es im Streichelzoo zu eng wird." Also, liebe Männer, lasst den Computer mal aus und geht mit eurer Freundin in den Zoo auf die Streichelwiese, um dort vielleicht das Mystische der Erotik wiederzuentdecken.(2. Mai 2005)