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Durch deutsche Mägen ordentlich zerkaut | 21.07.2006 | druckansicht

Kartoffel ist herzliebste Patriotenknolle

Nach dem gemeinsamen Johlen der Nationalhymne bei der WM ist uns Deutschen der Patriotismus endlich wieder mit der Hand aufs Herz geplumpst. Doch: Echte Vaterlandstreue beginnt zwischen den Zähnen und endet aus dem After! Was darf der Patriot essen und trinken? HV stellt in einer kleinen Serie gut- und schlechtdeutsches Fressen vor. Heute: Zwiebel, Knoblauch und Kartoffel.
Gute Zwiebel, böser Knoblauch

Fast jeder deutsche Magen hat schon einmal einen Döner verdaut; es konnte so das falsche Bauchgefühl sich breit machen: Auslandsspeisen sind voll integriert. Ein Irrtum!
So hat fast jede fünfte Zwiebel in Deutschland inzwischen einen Migrationshintergrund. Am dicksten in der Auslage: der Knoblauch. Zwar sind sich Türkenfrucht und deutsche Gartenzwiebel in ihren Eigenschaften recht nah: beide verbreiten Mundgestank und reizen zu Blähungen. Doch dünsten diese beim Knoblauch aus faulendem Ehrgehabe und islamistischem Gepupse. Wer dagegen als guter Patriot heimische Zwiebeln isst, verbreitet aufgeklärten Missgeruch.

Unverkrampfte Kartoffelfreude

Auch der Germane ist einst nicht zwischen Etsch und Memel entsprossen – wie die Kartoffel. Die journalistisch korrekt bei der zweiten Nennung Erdapfel genannte Knollenfrucht aus Südamerika, kommt dennoch dem deutschen Herzen am nächsten. Zumal die Kartoffel nur im deutschen Patriotenbauch für das rechte Völlegefühl sorgt, anderwärts dagegen Verstimmungen hervorruft. Freilich: Dass uns Deutschen die nationalen Wurzeln und Sprossen wieder hochkommen, ist es an der Zeit. HV empfiehlt hierfür passend zur Jahreszeit rund 2 Kilo Kartoffelsalat und 20 Flaschen Bier.

Kommentare

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27.09.06 14:32, Thälmann

Was materialistische Großstadtkinder beim Satireschreiben nicht wissen können: Bärlauch ersetzt Knoblauch allemal und ist viel gesünder! Knoblauch ist auch nicht ursprünglich in Deutschland heimisch. Bärlauch wächst inm Wald und kostet also nix, wir wecken ihn immer ein. Prost Mahlzeit! Und bei der nächsten Satire bitte an den deutschen Bärlauch denken!

27.09.06 14:36, Thälmann

... ach so, mit Bärlauch stinkt man nicht.

23.10.06 11:46, never mind the bollogs

Es gibt nur ein Gericht für den toitschen Patrioten. "In toitscher Butter gebratene Eicheln". Die Kraft der toitschen Eiche wird die schwachen von den starken Mägen trennen. Als Abwechslung ggfs. noch Tannenzapfen, Wildschwein und Brennessel.

06.01.07 10:52, Fred Bullermann

Na, aber Eichel braten tut doch weh.

06.01.07 10:53, Fred Bullermann

Na, aber Eichel braten tut doch weh.

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