Der kommunale Inselfrieden Helgolands wird derzeit von einem
bizarren Streit 
erschüttert. Auf der allgemein als autofrei bekannten Insel dürfen - mit Ausnahmegenehmigungen ausgestattet - nur Feuerwehr und Rettungsdienst benzinbetriebene Fahrzeuge nutzen. Dies führt nun zu Eifersüchteleien zwischen der Polizei und den Rettungsdiensten.
Die Polizei möchte nicht mehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad Kriminelle abführen und Streife
gehen, sondern ebenfalls mit einem Dienstwagen vor Ort sein. So beschäftigt sie derzeit die Kommunalpolitik mit ihrem Anliegen - u.a. mit dem Argument, man wolle in Handschellen gelegte Verbrecher nicht wie im Mittelalter zu Fuß durch den Ort zur Polizeiwache führen, sondern sie aus Diskretionsgründen mit einem Polizeiwagen dorthin bringen. Nur: Gewaltdelikte kommen auf der Insel überhaupt nicht vor, so der stellvertretende Bürgermeister Hans-Jürgen Günther.
Man kann also nur hoffen, dass die Helgoländer Polizei sich nicht den Film
KOPS 
von Josef Fares zum Vorbild nimmt. In diesem Film werden zwei verzweifelte Polizeibeamte, deren idyllisch gelegene Wache wegen nicht vorhandener Kriminalität geschlossen werden soll, zu Serienkriminellen, die den ganzen Ort in Angst und Schrecken versetzen, um ihrer Präsenz vor Ort eine Berechtigung zu verleihen...
Daniela Melcher