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Politischer Lieblingswitz der Wahlperiode | 15.09.2005 | druckansicht

Humor im Bundestag: die politischen Lieblingswitze der Abgeordneten

Der Helgoländer Vorbote hat alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages nach ihrem politischen Lieblingswitz gefragt. Zwei Tage vor der Bundestagswahl stehen nun die Humor-Ergebnisse fest:
Die Witz-Statistik des Bundestages:

Immerhin gut 13 Prozent der MdBs hatten Muße und Schlagferigkeit, uns ihren politischen Lieblingswitz zu erzählen. Woran lag's bei den anderen? Unglückliche Umstände gab es: So saß Petra Pau gerade bei Thomas Gottschalk auf der Bibel-Quiz-Couch als wir sie auf dem Handy anklingelten. Nicht's zu lachen hier! - auch dies hörten wir immer wieder, vor allem aus den SPD-Büros. Das schlägt sich in der Partei-Wertung nieder, wo die Sozialdemokraten die schlechteste Pointen-Quote aufweisen. Spaß-Spitzeneiter: die FDP! Wer hätte das auch nicht gedacht... Im Geschlechter-Vergleich zeigen sich dagegen keine Auffälligeiten. Herr und Frau Bundestagsabgeordnete(r) sind nahezu gleich witzreich. Die Ergebnisse im Einzelnen:

Es erzählten ihren Lieblingswitz:

79 MdBs = 13,1 % aller Abgeordneten,
davon:
Frauen 25 = 12,7% der weiblichen MdB
Männern 54 = 13,4% der männlichen MdB

verteilt auf die einzelnen Parteien (79 = 100 %)

CDU: 25 – 31,65 %
SPD: 17 – 21,52 %
FDP: 15 – 18,99 %
Grüne: 11 – 13,92 %
CSU: 11 – 13,92 %

Anteil der Abgeordneten der jeweiligen Fraktion, die ihren politischen Lieblingswitz erzählten:

FDP: 32 %
Grüne: 20%
CDU/CSU: 14,4%
SPD: 6,8%

Und der Vergleich der Kanzlerkandidaten:

27 Witze über Gerhard Schröder; 5 Witze über Angela Merkel
Die Witz-HitlisteAus den eingegangenen Humorstücken durfte, oft musste, die Redaktion des Helgoländer Vorboten nun die Besten küren. Welche Kriterien haben wir angelegt? Strikt parteipolitische, entsprechend der geheimen Wahlempfehlung der Redaktion (niemand ist wählbar!) - und am Ende waren es doch drei Witze aus dem schwarz-gelben Lager. Nein, Ernst beiseite: Für den Witz von Daniel Bahr - wiewohl nicht neu - spricht nicht nur der durchdachte Aufbau; auch dass sich der Jungspund an ein so heikles politisches Thema wie die Wahrheit herantraut, verdient Respekt. Bei Harald Leibrecht war es die Selbstironie, die überzeugte, während uns am Königshofschen Werk die gelunge Persiflierung des Schröder-Stils (Gott existiert, daran habe ich nie gezweifelt) gefiel.Insgesamt ist die Witzkultur des Bundestages dagegen mäßig abwechslungsreich, zudem langatmig- und langbärtig sowie auf den politischen Gegner fixiert - eben wie man es aus den Debatten gewohnt ist. Die einzelnen Kategorien: die rühmlichen Kurzwitze, die bösesten, schlechtesten, häufigsten Witze und die mit den längsten Bärten haben wir im Folgenden ebenfalls zusammengestellt. Man achte ganz am Ende auf die beiden Wetterwitze: Der pointierte Beweis, dass Gerhard Schröder die Abgeordneten der SPD zumindest im Witze nicht folgen.
Der Lieblingswitz des HVHarald Leibrecht (FDP):Drei Leute unterhalten sich, wer wohl dem ältesten Beruf nachgeht. Der Chirurg ist überzeugt: „Na, ist doch klar. Eva wurde aus einer Rippe von Adam geschaffen. Somit haben wir Chirurgen den ältesten Beruf.“ Der Ingenieur schmunzelt und meint: „Es gab zunächst nur das Chaos. Erst der Ingenieur hat in dieses Chaos Ordnung gebracht und die Erde geschaffen.“ Nun ist es der Politiker der schmunzelnd: „Aber was glauben sie denn, wer das Chaos geschaffen hat?

Platz 2 der Witz-TOP-3 belegt Jungpolitiker
Daniel Bahr (FDP)

Der Schulinspektor besucht eine Schule und fragt Franz: "Was weißt du über den zerbrochenen Krug von Kleist?" Franz stottert verlegen: " Ich schwöre, ich war es wirklich nicht!"
Empört sagt der Inspektor zum Lehrer: " Herr Kollege, der Schüler Franz weiß nichts über den zerbrochenen Krug von Kleist - was sagen Sie dazu!" Darauf der Lehrer: " Also eines ist sicher: wenn der Franz sagt, er war es nicht, dann stimmt das, denn der sagt die Wahrheit."
Der Inspektor kann es nicht fassen und geht zum Direktor. Er fragt ihn: " Herr Direktor, was ist an Ihrer Schule los - Franz weiß nichts über den zerbrochenen Krug von Kleist und sein Lehrer genauso wenig!" Der Direktor zückt den Geldbeutel, nimmt 10 EUR heraus, gibt sie dem Schulinspektor und meint: " Können wir die Angelegenheit damit als erledigt betrachten?"
Der Inspektor kann das nicht fassen, er fährt nach Berlin zur Bundesbildungsministerin und berichtet über die Zustände an dieser Schule: " ...und stellen Sie sich vor, der Schulleiter gibt mir 10 EUR! "schließt er. Darauf die Frau Ministerin: " Dann wird er es wohl gewesen sein"

 Auf Platz 3 :
Norbert Königshofen (CDU)
Nachdem Gott die schlechten Zustände auf der Erde und die Schlechtigkeit der Menschheit besichtigt hat, reicht es ihm. Er bestellt Busch, Putin und Schröder ein und verkündet: Die Zustände auf der Erde sind so schlecht, ich werde sie in drei Tagen vernichten. Bush, Putin und Schröder wird aufgetragen, das zu verkünden. Putin stellt sich vor die Duma und erklärt: Ich habe zwei schlechte Nachrichten. Gott existiert doch. Der Kommunismus hatte Unrecht. Außerdem wird die Erde in drei Tagen vernichtet. Busch verkündet vor dem Kongress: Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Gott existiert. Die schlechte: Die Erde wird in drei Tagen vernichtet. Schröder verkündet vor dem Bundestag: Ich habe zwei gute Nachrichten. Gott existiert, daran habe ich nie gezweifelt. Die zweite gute Nachricht ist: Ich werde bis ans Ende aller Tage Bundeskanzler bleiben.Häufigster WitzDer häufigste Witz ist folgender, erzählt von Marco Wanderwitz (CDU),
Ole Schröder (CDU),
Stephan Mayer (CSU) undChristian Schmidt (CSU):
„Schröder hilft einer alten Dame auf, die gestürzt war. Sie bedankt sich. Er fragt, ob sie denn bei der Bundestagswahl auch die SPD wählt. Die Damen antwortet: "ich bin auf den Rücken und nicht auf den Kopf gefallen guter Mann!"

Auf Platz zwei mit drei Nennungen schaffen es gemeinsam folgende Varianten:

Rainder Steenblock (Grüne):

Was ist der Unterschied zwischen einer schwarz-roten Koalition und einer Telefonzelle? In einer Telefonzelle zahlt man erst und wählt dann.

Jens Spahn (CDU):

Was ist der Unterschied zwischen einer Telefonzelle und der rot-grünen Bundesregierung?
Bei der Zelle muss man erst zahlen und dann wählen.

Andreas Scheuer (CSU):
Was ist der Unterschied zwischen Gerhard Schröder und einer Telefonzelle? – Bei der Telefonzelle muss man das Geld vor dem Wählen einwerfen.“ KurzwitzBei den Kurzwitzen belegt Antje Vogel-Sperl (Grüne) den ersten Platz:Wie viele FDPler braucht man um eine Glühbirne heraus zu drehen? Keinen. Mit den richtigen Rahmenbedingungen und einer Senkung der Steuern wird das der freie Markt schon alleine schaffen.


Gisela Piltz (FDP) kommt auf Platz zwei:

„Waren Marx und Engels Politiker oder Wissenschaftler? Politiker. Wissenschaftler hätten es erst mit Tieren versucht.

  
Julia Klöckner (CDU) belegt Platz drei:

Was passiert, wenn die SPD die Wüste regiert? Lange Zeit gar nichts.
Dann wird der Sand knapp!

Unzeit Witz
Eine eigene Kategorie musste für zwei Witze gebildet werden, deren Vortrag Zweifel begründet, ob ihre Kolportanten im Hier und Jetzt leben.

Katrin Göring-Eckhardt (Grüne):

Warum steht der Imperialismus am Abgrund?
Damit er die DDR besser beobachten kann.

Peter Hettlich (Grüne):

Hannelore und Helmut Kohl sitzen zuhause vorm Kamin.
Er löst Kreuzworträtsel: "Helf mir mal gerade: Kanzler mit vier Buchstaben" "Na, Du!" "Nee, das passt nicht, das sind doch nur zwei Buchstaben!" "Na, ich mein doch Dich!" "Danke, jetzt passt es!"

Bösester Witz

Kaum überraschend: die Kategorie "Bösester Witz" wird wie im Superlativ üblich nur einmal vergeben, und zwar wie erwartet an

Dirk Niebel
(FDP)

Ein Gewerkschaftsfunktionär benötigt einen Herzschrittmacher. Der Arzt fragt: "Einen roten oder einen schwarzen?" Der Patient: "Natürlich einen roten." Der Gewerkschafter nach der Operation zum Arzt: "Man sieht ja von außen gar nicht, ob rot oder schwarz. Was ist denn der Unterschied?" Der Arzt: "Der rote arbeitet nur 35 Stunden in der Woche."


Schlechtester Witz

Andreas Schockenhoff (CDU)

Warum heißt die Gattin des Kanzlers Doris Schröder-Köpf?
Na, wenn Sie Köpf-Schröder heißen würde, könnte es die Parteilinke als Aufforderung missverstehen.


Längster Bart

Gemeinsam können sie mit ihrem langen Bart den gesamten Reichstag verpacken: uralt, aber erzählt und auch erzählenswert.


Georg Girisch (CDU):

"Sitzen vier SPD-Abgeordnete in der Parlamentarischen Gesellschaft bei einer Flasche Brunello: Der Erste seufzt. Der Zweite tut noch einen tieferen Seufzer. Der Dritte stöhnt laut auf. Da sagt der Vierte: "Könntet Ihr endlich mal aufhören über die Lage der SPD zu politisieren?!"

Franz Romer (CDU):

Wladimir Putin, George Bush und Gerhard Schröder sitzen in Russland in der Sauna, nackt natürlich, gell. Sie unterhalten sich über die Hightech-Erzeugnisse ihrer Länder. Da zieht Wladimir Putin seinen Ring ab, hält ihn ans Ohr und telefoniert damit mit der ganzen Welt. Großes Staunen bei den beiden anderen. Da nimmt George Bush eine Zahnplombe heraus und telefoniert damit mit der ganzen Welt. Wieder großes Staunen. 'Oh Gott', denkt sich Schröder, 'ich hab so was nicht. Wie steht Deutschland als Hightech-Land jetzt da?' Da lässt er einen Furz. „Was war das?“ fragen Putin und Bush. „Ach“, sagt Schröder, „da ist gerade ein Fax aus Tokio angekommen.“

Ursula Lietz (CDU):

Thierse kommt zum Frisör, der Figaro nimmt die Schere und schneidet und schneidet und schneidet. Plötzlich hält er inne: "Herr Bundestagspräsident, haben Sie früher mal eine Baskenmütze getragen?" Thierse: "Ja, warum?"
Der Frisör: "Stellen Sie sich vor, die hab' ich hier grade gefunden!"


Der verbotene Witz

Dieses besondere Humorstück wurde von seinem Erzähler aus der FDP widerrufen. Allerdings kannten wir ihn schon von Herbert Frankenhauser (CSU) und geben ihn daher um so lieber wieder:

Kanzler Schröder ist mit Finanzminister Eichel mit dem Flugzeug über Deutschland unterwegs. "Wenn ich jetzt einen 500 Euro-Schein aus dem Fenster werfe, freut sich ein Bürger riesig" sagt Schröder zu Eichel. Darauf Eichel: "Wenn ich jetzt einhundert 5-Euro-Scheine hinauswerfe freuen sich aber einhundert Menschen". Daraufhin sinniert der Pilot leise zu sich selbst:"...und wenn ich Euch beide aus dem Fenster werfe, freuen sich über 80 Millionen!"

Der unverstandene Witz / außerhalb der Wertung:Offenbar gibt es hier unterschiedliche Wahrnehmungen der Pointe. Bernhard Brinkmann (SPD)Wenn im Sommer die Sonne lacht -
das hat die CDU gemacht.
Gibt´s im Winter Eis und Schnee
ist Schuld daran die böse ...!Gerhard Schröder (laut Spiegel, nicht dem HELGOLÄNDER VORBOTEN persönlich erzählt):"Wenn in Velbert die Sonne lacht,
dann hat das die SPD gemacht.
Zieht sich der Himmel aber zu,
dann war's die böse CDU."

Kommentare

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04.10.05 22:59, marko

echt ne lustige sache, was ihr euch da ausgedacht habt. besonders der fdp-witz hat mir gut gefallen. marko

04.11.05 17:11, Daniel

Hätte nicht gedacht, das unsere Politiker so tolle Witze erzählen können!

25.01.06 03:51, paparazzi-palast.biz - Sreenhunter E-Zine

genau das, ist ja eben der Witz ...

15.08.06 23:47, wolfgang

na toll - nun lachen wir alle mal ha ha ha hi hi

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