Erst war sie total gegen jegliche Finanz-Irgendwas-Steuer, doch dann hat sie sich vom entschiedenen "Nein, niemals" zum unentschiedenen "Ja, aaaber..." und schließlich wieder zum ganz entschiedenen "Aber ja!" durchgerungen. Damit soll das murrende Volk besänftigt werden. Da schimpft Tantchen Merkel ganz mächtig mit den südlichen Euro-Schlampern und stellt sie zur Strafe in die Ecke. Und obendrein gibt es zur Volksberuhigung ein bißchen drohendes Zeigefinger-Gewackel in Richtung der ungezogenen Zocker, die unsere schönen Finanzmärkte mißbrauchen, um - pfuibaba! - noch mehr Profit rauszuholen. Nein, sagt, Tantchen Merkel, das gehört sich nicht, da muß es was auf die schmuddligen Pfoten geben... Und das Taschengeld wird auch etwas gekürzt. Statt des riesigen Bonus soll es nun einen klitzekleinen Malus für die Bänker geben. Peanuts, wie man in diesen Kreisen sagt. Eine mehr symbolische Abstrafung: Das bißchen Cash verhindert keinen künftigen Crash.
Bei solchen Gelegenheiten merkt man, warum die DDR uns nichts hinterlassen hat als gesamtdeutsches Erbe - außer eben zwei Männchen und einem Weibchen: Ein Ampelmännchen, ein Sandmännchen und ein Merkelweibchen. Allerdings: Das östliche Ampelmännchen ist zusammen mit dem grünen Abbiegepfeil nur deshalb in den Westen übernommen worden, um der SPD eine klare Richtung vorzugeben wie jetzt in Nordrhein-Westfalen: Bei Rot kurz halten und dann wie üblich nach rechts abbiegen.
Das Sandmännchen hingegen ist der unersetzliche Helfershelfer des Merkelweibchens: Er liefert säckeweise den Sand, der dem Volk zwecks Sedierung in die Augen gestreut wird. Das Merkelweibchen schippte gerade wieder eine ganze Buddelkiste davon in die Fernsehkanäle. "Ungedeckte Leerverkäufe" sind nun nicht mehr gestattet, verkündete unser Tantchen. Nur daß sie sich selbst an diese Verkündung nicht hält: Da wird das Volk mit leeren Versprechungen, die von keiner realen Durchsetzbarkeit gedeckt sind, für dumm verkauft. Eben ein ungedeckter Leerverkauf...Manchmal wünschte man sich, das Weibchen würde ihre beiden Männchen unterhaken und sich dann mit ihnen endgültig verziehen in die uckermärkischen Tundren zu einem flotten Dreier. Wer weiß, vielleicht wäre die Zone dann endlich eine erogene... Martin Buchholz




