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Mittwoch, 10.März 2010
 
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Der Blog für alle, die trotzdem angekommen sind.
 
Indische Kofferreise im Gourmet-ICE
Strecke: Bahnblog
Fahrt am: 05.05.2009
Unser Helgoländer Bahn-Blog pausiert ja vereinbarungsgemäß, um so lieber sei auf diese Anekdote im Hauptstadtblog verwiesen: "Das Unternehmen 'Deutsche Bahn' informiert kurz nach der Abfahrt mit einer angenehmen Stimme über das Mikrofon, der völlig überfüllte Zug sei leider etwas ausgebucht. Man würde jedoch gleich zur Freude aller mit den Bordsnacks herum fahren, nur mögen doch deswegen bitte alle Passagiere ohne Sitzplatz die Gänge freihalten. 
 
Zielbahnhof
Strecke: Abstellgleis
Fahrt am: 08.08.2006
So, ihr Lieben, das soll es dann erstmal gewesen sein mit unserem Bahn-Blog. Wieder einmal haben wir die Welt nicht retten können und hatten unseren Spaß dabei.
Aber in den anderen HV-Rubriken geht es natürlich munter weiter. Altes geht, Neues entsteht.
 
Bei der privaten Konkurrenz der DB ...
Strecke: NordWestBahn
Fahrt am: 06.08.2006
... gibt es Fahrkartenautomaten auch im Zug. Und Automaten haben es mir in letzter Zeit angetan. Der private kleine Bruder des DB-Ticketautomaten wollte mich unlängst beim Wechselgeld bescheißen: statt des satten Rasselns von Siebeneurofünfundvierzig nur das magere Plötern von fünfundvierzig Cent. Was tun? Mit dreimal Schwarzfahren auf meiner Stammstrecke hätte ich die Kohle eigentlich quasi automatisch zurück ergaunert. Aber man kann ja auch den ehrlichen Weg gehen: Mail an dialog@nordwestbahn.de: Ich will mein Geld zurück. Die Antwort lässt nur ein paar Stunden auf sich warten:

Dies ist eine automatisch erstellte Benachrichtigung über den Zustellstatus. Übermittlung an folgende Empfänger fehlgeschlagen. nordwestbahn-kundenservice@stw-os.de


Mit ein bisschen Hin und Her schaffe ich es schließlich doch noch, mein Ansinnen doch noch an einen Menschen aus Fleisch und Blut zu übermitteln, der ihm "aus Kulanz" stattgibt.
 
Mehr Freiheit für Bahn-Service
Strecke: Zwischenhalt Koblenz
Fahrt am: 03.08.2006
(c) Daniela Melcher
 
Im Zug kann ich lesen, schlafen, arbeiten...
Strecke: ICE 515 Köln Frankfurt
Fahrt am: 28.07.2006
Hat wohl im Mehdorn-Hauptquartier schon mal jemand warhgenommen, wie unbequem die tollen blauen Sitze im ICE 3 sind, wenn man am Tisch arbeiten will? Das hat natürlich vorher auch nie jemand ausprobiert, so wie sich von den Kaspern im Verkehrsministerium nie jemand in eine Kindersitzschale gehockt hat, bevor diese körperverletzende Albernheit für alle Kinderpopos verordnet wurde. 
 
Big City Night
Strecke: ICE 1750
Fahrt am: 27.07.2006
Bisher hatte ich immer gedacht, der Inter-Regio (IR) wäre durch den Inter-City (IC) ersetzt worden. Aber nur teilweise. Denn nun habe ich auf den ehemaligen IR-Strecken sogar die Krone des Personenbeförderungswesens genutzt: den ICE. Er fährt allen Ernstes zwischen Dresden und Köln. Haltepunkte unter anderem in Warburg (24.000 Einwohner), Bebra (15.000 Einwohner) und Altenbeken (9.700 Einwohner! - aber ein Gleis 33, ist ja auch ein altes "Eisenbahnerdorf").
Da ist "City", die jeden Haltepunkt der ICE-Strecke bilden sollte, schon sehr eingedeutscht.
Aber Autobahnrichtgeschwindigkeit fährt er schon, manchmal...
 
Sommerspaß
Strecke: ICE 611 LH 6823
Fahrt am: 13.07.2006
Transportgut (schweißtriefend): Wird dieser Transportbehälter temperiert?
Schaffner: Tut mir leid, das bekommen wir nicht mehr hin, die Kühlung fährt schon voll Leistung.
Transportgut: Wann wird die Bahn das mal einsehen, dass die effektivere Kühlung schon bei uns eingebaut ist, Geschenk vom Lieben Gott.  Dazu müsste man nur ein wenig Außenluft durch lassen.
Schaffner (sehr schlaumeiernd): Bei 300 Kaemha wollen Sie ein Fenster öffnen?
Transportgut: Dieser ICE fährt die nächste Stunde nicht schneller als jedes Auto - mit zu öffnenden Fenstern. Und außerdem gibt es da doch noch andere Möglichkeiten.
Schaffner: Aha, nämlich?
Transportgut: Sind Sie schon mal Bus gefahren?
Schaffner: Ja, und da konnte ich auch kein Fenster öffnen.
Transportgut: Aber sie hatten direkt über dem Kopf eine Luftdüse. Das kostet nix und funktioniert selbst dann, wenn die Sonne scheint.
Schaffner (beleidigt, schon weggedreht): Aha, ich werde es mal vorschlagen.
Transportgut: Wem denn?
Schaffner: Der Bahn.

PS: Gibt es eigentlich bei Bahn-Preisen noch so etwas wie eine Wucher-Grenze, eine letzte moralische Anstandslinie, die nicht überschritten werden darf? Ganz offenbar nicht, wenn in diesem wie jedem anderen ICE jedenfalls die kleine Flasche Wasser - ich wiederhole: Wasser - 2,80 EUR kostet.
 
Hunde sind meistens Stief-Kinder
Strecke: Mailverkehr Berlin
Fahrt am: 11.07.2006
Herr Stauß, einer der DB-Pressesprecher, hat uns tatsächlich sofort weitergeholfen auf der Suche nach des Pudels Kern bei der kostenpflichtigen Hundemitnahme . Seine Erklärung: "Eigentlich sind unsere Personenzüge ja - wie der Name schon sagt - zur Beförderung von Personen gedacht, und nicht von Tieren. Aber wir wollen unsere tierliebenden Kunden auch nicht an die Konkurrenz verlieren, also versuchen wir, einen Kompromiss zwischen den Wünschen von Hundebesitzern und den übrigen Kunden zu finden, die vielleicht nicht so begeistert sind, wenn neben ihrem reservierten Platz der Bernhardiner eines anderen Kunden liegt.

Wir können daher große und kleine Hunde, oder besser gesagt: deren Besitzer, nicht gleich behandeln. Wenn ein Hund in einen Transportbehälter passt, reist er kostenlos, denn der Platzbedarf ist ja auch gering. Wenn ein Hund aber so groß ist, dass er sich im Zug ausbreitet, dann ist auch eine Kinderfahrkarte fällig.

Also ist manchmal Hund=Katze und meistens Hund=Kind, aber natürlich nur was den Preis betrifft. Da wir ein familienfreundliches Unternehmen sind,gilt zum Beispiel die kostenfreie Mitfahrt von Kindern unter 15 in BegleitungeinesElternteils eben nur für Kinder und nicht für Hunde und deren Herrchen."
 
Fette Fahrgäste müssen künftig mehr zahlen?
Strecke: Startseite-->Preise&Angebote-->Hundemitnahme
Fahrt am: 10.07.2006
Ein Hund kostet bei der Bahn den vollen Kinderpreis. Aber nur, wenn er nicht in einer Katzentransportbox sitzt. Dann gilt er als Katze und kostet, wie Vögel, Schlangen und Zwergelefanten, die man in einem solchen oder ähnlichen Behältnis als Handgepäck bei sich führt, - nichts. Seit etlichen zehntausend Kilometern suche ich nach einer Begründung für diese Merkwürdigkeit. Überzeugend fand ich bisher keinen meiner Versuche. Die kleinen, verpackten kläffen mehr als Riesentölen, die irgendwo halb unterm Sitz, halb im Gang liegen. Wegen des Gefahrenpotentials? Nä, dafür gibts ja noch den Maulkorbzwang, der jeden unverpackten Canis lupus familiaris erfasst. Und die Gefahr, dass die Halterin eines katzenbox-verpackten Hundes während der Reise verstirbt ist altersbedingt wesentlich wahrscheinlicher als der Tod das Mastiff-Führers - und was machste dann mit der toten Oma und ihrem kostenlos eingepferchten Foxterrier?
Am ehesten denkt man ja an die Sitzplatzbelegung, nur: auch ein beticketer Hund hat keinen Anspruch auf einen Sitzplatz, wohingegen der Kollege im Katzenkorb mit Sicherheit mindestens zwei davon belegt (was auch alle Mitreisenden nachvollziehen können). Oder solls am Transportgewicht liegen, am Energieverbrauch - dann nehmen die Schaffner möglicherweise künftig von jedem Transportgut den Body-Mass-Index...
Also was ist es nun?
Kinder, wir fragen die Bahn. Die hat mir jüngst versprochen, Anfragen vom Helgoländer Vorbote und seinem akkuraten Vorzeige-Blog zu beantworten, wie es sich für ein professionelles Kommunikationsunternehmen geziemt. Also: Lieber Herr Stauß, ..."
 
Was will der Automat von mir?
Strecke: Wolfsburg - Hannover
Fahrt am: 09.07.2006
Kompetent, schnell, höflich, geduldig – nicht umsonst versucht die Bahn dem Fahrgast ihren touchscreen-gesteuerten Fahrkartenautomaten als Alternative zum stress- und launenanfälligen humanen Verkaufspersonal schmackhaft zu machen. Ich benutze die chicen roten Kästen gerne – normalerweise.

weiter
 
Gleisänderung
Strecke: Dortmund, HBF
Fahrt am: 04.07.2006
Ein von der Bahn planmäßig eingesetztes Mittel der Fahrgast-Schikane ist die Gleisänderung: Hat man mit Findigkeit und Gepäck und über drei Treppen sein Gleis erklommen, erfolgt ungefähr 3 Minuten vor Abfahrt die Ansage, der Zug fahre aus einem anderen Gleis aus und dies befindet sich an einem anderen Bahnsteig und drei Treppen entfernt.
Interessant wird das, wenn sich wie heute Nacht mehrere zehntausend Fußball-Fans im Bahnhofsbereich aufhalten...
 
Versteckte Glückstickets?
Strecke: Siegen - Gran Canaria
Fahrt am: 22.06.2006
Gute Idee: "Wir wünschen eine angenehme Reise und einen wunderschönen Aufenthalt auf Gran Canaria", spaßt der Lautsprecher am Bahnhof Siegen. Doch an Bord weiß natürlich wieder keiner Bescheid. Ist vermutlich so wie mit dem Gleis 9 3/4. Was bleibt, ist Endstation Gießen. Knapp daneben.
 
Schaffner können wissen, wann Züge wohin fahren
Strecke: Berlin Hauptquartier
Fahrt am: 21.06.2006
Korrektur zur Habhaftigkeit von Kursbüchern und anderen Hilfsmitteln zur Anschlusszugplanung: Anders als von möglicherweise leicht arbeitsunwilligen Zugbegleitern wiederholt dargestellt, gibt es im Fernverkehr sehr wohl noch in jedem Zug ein Gesamtverzeichnis aller Verbindungen (Kursbuch), wie mir DB-Sprecher Achim Stauß eben in einem Gespräch darlegte; ferner trage jeder Schaffner auch einen An- und Abfahrtsplan der Haltebahnhöfe mit sich. Richtig komfortabel soll es mit den "mobilen Terminals" werden, mit denen die Schaffner Fahrkarten verkaufen und Online-Tickets prüfen: die neue Generation, mit der im Moment 40%, ab Herbst alle Zugbegleiter ausgestattet sind, enthält die Software für aktuelle Fahrplanauskünfte. Ich werde mir daher diesen Eintrag ausdrucken und ins Portmonee packen, neben die Bahncard. Vom nächsten Disput werde ich hier berichten.
 
Spaßfaktor Schaffner
Strecke: ICE 2664 Stuttgart-Frankfurt
Fahrt am: 20.06.2006
Lange schon nicht mehr so viel Ticket-Zores gehabt wie jetzt mit den ganzen Ausländerbeifreunden. Herrlich, das macht ja den Fußball fast wett.
 
Die DB-WM-Englisch-Künste, part one
Strecke: ICE 912
Fahrt am: 10.06.2006
Schaffner, Ticket prüfend zum England-Fan, stark gestikulierend: "Bonn ist hier, nix hier. Die Richtung okay, zurück: No." Und fordert läppsche 67 EUR roundabout.
Hool: "Oh, its expensive!"
Schaffner (D):"Ja, Jung, so ist das Leben."
 
Die Engländer haben nicht nur das Wort für Hools gestiftet
Strecke: ICE 912
Fahrt am: 10.06.2006
Nach dieser schrecklichen Fahrt muss ich ein persönliches WM-Ranking erstellen - olfaktorisch. Auf Platz 1 bis dahin also ungeschlagen: E, die auch noch ein Extra-Sternchen für Noise-Pollution bekommen. Immerhin gab's so eine Premiere: ich habe MP3 durch die Nase gehört.
 
Bundespolizei lässt gequälte Fahrgäste strammer sitzen
Strecke: RE 16 Hagen - Siegen
Fahrt am: 08.06.2006
Früher hieß es: geht im Moment nicht weiter, Strecke ist blockiert. Das konnten spielen Kinder oder Selbstmörderteile auf den Gleisen, ein brennender Busch nebendran oder eine große lockere Schraube an einer Schranke sein. Heute heißt es "Die Bundespolizei hat den Streckenabschnitt bis Plettenberg auf unbestimmte Zeit gesperrt." Und das geben dann auch sofort alle Fahrgäste so per Handy weiter "Ja, Liebes, es wird später, die Bundespolizei hat die Strecke gesperrt" Die Bundespolizei. Wie kommt ein Bahnbulle zum FBI? Er verliert seine Außengrenzen.
 
Kopfbeschriftung
Strecke: ICE 1558 Dresden - Eisenach
Fahrt am: 05.06.2006
Warum stehen auf den ICE-Kopfhörern eigentlich riesig "R" und "L"? Damit auch Blinde sehen, dass ich zu blöd bin, stereo so zu hören, wie es sich der Produzent ausgedacht hat? Oder damit sie hinterher einfacher recycelt werden können - nach rechts- und linksdrehenden Spulen?
 
Raucher braucht der Bahn ihr Gast
Strecke: stehend
Fahrt am: 03.06.2006
Die DB muss auf alle Fälle im Regionalverkehr die Raucherabteile wieder einführen. Wirklich nicht, weil das für die paar Raucher wichtig wäre - egal. Aber sie sorgen für Selektion. Wie die erste Klasse: gleicher geringer Komfort, aber doppelter Preis. So trennt man Spreu vom Weizen. Nicht anders mit Raucherabteilen: man muss nur stark sein, dann steht dort auf alle Fälle auch im vollsten Zug ein Sitzplatz zur Verfügung.
 
Oberlehrer
Strecke: ICE 709 Hamburg-Berlin
Fahrt am: 20.05.2006
Mein erprobter Satz für die lieben Zweisitzblockierer (inzwischen erkenne ich bereits am Bahnsteig, wer gleich versuchen wird, sich mit Koffer, Rucksack und Tüten einzumauern): "Darf ich Ihnen mit Ihrem Gepäck helfen?" Tolle Gesichter, vor allem bei den jungen Damen.
 
Automaten-Terror
Strecke: Bahn-Blog
Fahrt am: 17.05.2006
20 Minuten hat das Transportgut Aufenthalt in Gießen - und Schmacht. Die zuverlässige Versorgung Deutschlands mit Döner klappt auch hier, am Bahnhof der "Universitätsstadt" (LOL), aber er ist hier auch noch ungenießbarer als anderswo. Temperamentvolle Neger, wie wir sie von unserem lieben Nachbarland mit Atlantikzugang kennen - keine Spur. Statt Bauchladen gibt es - Automaten, an jedem Gleis und in der Bahnhofshalle gleich mehrere. Des Aufstellers Name klingt super-zuverlässig deutsch: Hofmann. (weiter)
 
Gießkannenprinzip
Strecke: Hamm - Münster
Fahrt am: 16.05.2006
Manchmal sind es die kleinen Dinge: In Hamm war uns ein Zug ausgefallen und wir harrten seit 20 Minuten seines verspäteten Nachfolgers: er sollte uns nach Münster bringen. Weil aber sein Vorgänger ausgefallen war, der in Bockum-Hövel gehalten hätte, sollte dort diesmal außerordentlich Station gemacht werden. Derweil uns dies angekündigt wurde, sahen wir, wie auf dem Parallelgleis der Nachnachfolger des ausgefallenen Zuges nach Bockum-Hövel bereitgestellt wurde. Unser Zug fährt mit 25 Minuten Verspätung ein und ab. Er hält in Bockum-Hövel. 2 Fahrgäste steigen aus, keiner ein. 7 Minute später fährt der Nachnachfolger in Bockum-Hövel ein: er hat vier Minuten Verspätung, denn er muss uns vorlassen. Da der Zug leer ist, steigt keiner aus und auch diesmal keiner ein.
 
Berlin Central Station
Strecke: online
Fahrt am: 16.05.2006
Die Tagesnotizen der Titanic lassen sich leider nicht dauerhaft verlinken, aber auf den heutigen Kommentar zur DB sei hier doch chronistenpflichtig verwiesen. Zitat: "So sind die Goldschwellen der Gleise 543 - 612 noch nicht verlegt, bislang können nur 250 Millionen Fahrgäste am Tag abgefertigt werden, und das Gebäude ist zwar vom Mond, nicht aber, wie geplant, vom Jupiter aus zu erkennen."
 
Infrastrukturfördermaßnahme
Strecke: warum auch immer: Kassel-Wilhelmshöhe
Fahrt am: 12.05.2006
Ich habe hier sicherlich schon geschrieben, dass Kassel-Wilhelmshöhe der bescheuertste Bahnhof Deutschlands ist. Und habe das sicherlich damit begründet, dass man nichts hört, weil die kleinen quäkigen Lautsprecher irgendwo in der Decke hängen; dass man nichts sieht, weil man in Wilhelmshöhe Gleis und Bahnsteig mit langgezogenen Pfeilern getrennt hat; dass die Wege von einem Gleis zum nächsten nirgends länger sind, weil die Bahnmitarbeiter diese Strecke gerne mit dem Elektroauto zurücklegen und deshalb flach ansteigende, sehr lange Rampen statt Treppen brauchen; oder einfach damit, dass man in Wilhelmshöhe noch mehr in der Pampa landet, als dies beim neuen Berliner Hauptbahnhof der Fall sein wird.
Ich habe mich geirrt! Nicht etwa, weil es doch noch einen unvorteilhafteren Bahnhof gäbe - nein, den gibt es nicht, ich kenne sie alle, außer Jatznick , aber der kommt übernächste Woche dran.
Ich habe gerade über das Jubliäum von Wilhelmshöhe gelesen, diesem Puzzel aus Ortschaften wie Mulang und Wahlershausen. Ergebnis: Kassel-Wilhelmshöhe ist gar kein Bahnhof. Kassel-Wilhelmshöhe ist eine Strukturfördermaßnahme.
 
Bahn.Comfort - der Punkt macht's vielleicht
Strecke: Hbf München
Fahrt am: 11.05.2006
Erst bekam ich einen Schreck: gleich 2 Schalter only for "bahn.comfort" (und 1. Klasse)? Das wäre ja doch etwas übertrieben. Aber dann, im Laufe einer halben Stunde, die ich direkt auf der Markierung "Bitte hier warten" verlebte, wohlgefälltigte sich meine Sorge um Ressourcenverschwendung für die Besserzahlenden. Denn beide Schalter sind auch für Gruppenreisen zuständig. Und das dauert dann, bis für 30 Leute alls Zu- und Ausstiege geklärt, die Fahrradkarten ausgedruckt sind und ....
 
Persönliche Durchsage
Strecke: ICE 809 Hamburg - Basel
Fahrt am: 11.05.2006
Michael Becker, deine Stimme ist okay - aber kannst du nicht wenigstens nach 0 Uhr darauf verzichten, uns an jeder Gießkanne den "Reiseplan" zweisprachig vorzulesen? Und bitte, bitte klemm dir doch auch den gastronomischen Service. Um die Zeit will dort niemand etwas anderes als Bier. Wenn du jetzt einfach den Rand hältst, hast du noch gute Karten, es zu meinem ganz persönlichen Lieblings-Zugbegleiter des Tages zu schaffnern. Thanks.
 
Schwarzfahrer
Strecke: Frankfurt - Würzburg
Fahrt am: 08.05.2006
Mein dritter Klavierlehrer war ein großer Freund minimalistischer Musik: nur drei oder vier Intervalle, mindestens eine Stunde lang. Diese hohe Kunst hat sich mir bis heute nicht als vergnüglich erschlossen. So sei denn das Verspätungs-Protokoll Frankfurt-Würzburg den Lesern mit höhreren Weihen empfohlen.
 
Das wohltemperierte Gefährt
Strecke: Essen - Nürnberg
Fahrt am: 21.04.2006
Eigentlich fröstelt uns noch vom gestrigen Untergangsführergeburtstag. Doch der Frühling gibt eine erste Kostprobe seines 2006er-Programms, und so sind die Reisegüter am Bahnsteig gütig gestimmt. Spontaner Klimawechsel beim Betreten der Raumfähre ICE 611 nach München und eine Gratis-Maus zum Stichwort „Treibhauseffekt“. Für die mitlesenden Berliner Bahner noch mal kurz: Die langwelligen, jenseits des Sichtbaren liegenden Sonnenstrahlen betreten durch die verspiegelten Glasscheiben den Bahn-Transport-Hohlkörper, machen es sich dort ohne gültigen Fahrschein gemütlich und lösen sich in warmen Wohlgefallen auf. Als dieser bleiben sie nun im Wagon, bis – ja, bis es Abend wird oder bis ihn jemand raus lässt. Dafür gibt es in modernen Zügen nur noch einen vollelektronischen Fahrstuhl, Klimaanlage genannt, was aber am 21. April selbst für die Bahn ein verunglückter Joke wäre – deshalb lässt sie das auch lieber. Und wir triefen.
Beim Bus gab es früher über jedem Sitz eine kleine Wunderdüse: aus der kam, wenn man sie aufdrehte, original-temperierte Freilandluft. Einfach so, wie sie gerade jenseits der Glasscheibe anzutreffen war. Und damit der Bus auf diese Weise nicht zum Zeppelin wird, gab es gut versteckte Luftausgänge. Die nahmen dann den warmen Wohlgefallen inklusive Nachbars eigeninitiative Kühlversuche mit hinaus aus dem Treibhaus. Was blieb, war ein wohltemperiertes Gefährt – selbst bei Totalausfall der Bordelektronik.  
 
Ich bin das Kapital
Strecke: (at home)
Fahrt am: 20.04.2006
Das sind doch mal gute Nachrichten: Ich bekomme Geld von der Bahn zurück! Die hat nämlich im ersten Quartal 2006 schon 130 Millionen Euro zuviel kassiert.
Da ich immerhin für 0,0000132% des Konzernumsatzes verantwortlich bin, macht das 17,16 EUR. Hoffentlich gehen davon nicht wieder 15 EUR Bearbeitungsgebühr ab.
 
„Aber ganz gewiss stellen wir beide jetzt diesen Antrag!“
Strecke: Google hin und zurück
Fahrt am: 15.04.2006
Einen wunderbaren Text von Didi habe ich erst jetzt entdeckt. Auch wenn er nicht mehr ganz aktuell ist: lesen!
 
Gerüchteküche 1: Mehdorn muss weg
Strecke: Berlin Ostbahnhof, Comfort-Suite
Fahrt am: 15.04.2006
Mehdorn soll weg, heißt es überraschend spät. Die wenig bahnfahrenden Kollegen machen für die Beziehungskrise vor allem seinen gescheiterten Versuch aus, die "Konzernzentrale" von Berlin nach Hamburg zu verlegen. Die Chance ist groß, dass dies sogar stimmt: gekränkte Eitelkeiten sind ein größerer Handlungsmotor als das alltägliche Konzernversagen. So kann man Mehdorns Aktion, im Berliner Bahnhof Zoo keine Fernzüge mehr halten zu lassen und das Transportgut stattdessen in der Walachei "Lehrter Bahnhoff" auszusetzen (da gibts nur Politiker-Bunker, sonst nix, allerdings hat Mehdorn in dieser Walachei 1,3 Milliarden Euro verbuddelt) nur noch als klaren Schritt zum Ziel "Leerfahrt 2010" deuten.
 
Zu Gast bei Freunden
Strecke: ICE 2457 nach Stralsund
Fahrt am: 11.04.2006
Was soll das eigentlich Halbherziges sein - Bahnhof Aulendorf, Bebra, Cloppenburg...., alles wird nun nach dem bekannten Deutsch-Genuschel auch "international" angesagt. Hält die Bahn uns Rabattkarten-Fahrer eigentlich für wesentlich sprachlich ungelenker als die freudig erwarteten WM-Horden? Also lasst eure bürokratischen native spoken Ansagen, please.  
Und das "in a few minutes we ('ll) arrive Pusemuckel Central Station" nehmen wir ab sofort ins Elefanten-Club-Programm in der Kita auf (inkl. flächendeckender Verteilung von Mehlkopf-Smiley-Button). Und in der Berufsschule streichen wir das dämliche Deutsch-Fach.
 
Planmäßige Verspätung im Mittelzug
Strecke: Bahnblog
Fahrt am: 04.04.2006
Es ist üble Nachrede zu behaupten, bei der Bahn seien alle Züge verspätet. Dem ist mitnichten so. Denn dann gäbe es ja kein Problem - bis auf die Verspätung.
Tatsächlich aber sind die Verspätungen auf Erst- und vor allem Mittelzüge beschränkt, während Letztzüge einer Reiseverbindung grundsätzlich unverspätet starten und nur für den Fall, dass man am Zielbahnhof einen Bus, ein Flugzeug oder eine Linien-Rakete erreichen muss, noch aktiv Verspätung einfahren (hier besonders beliebt: "Schadzug im vor uns liegenden Gleisbereich").
Ebenso ist es üble Nachrede, im Falle solch fein abgestimmter Abweichungen vom planmäßigen Fahrplan von "Katastrophentag bei der Bahn" zu spotten oder Schaffner anzuraunzen, heute klappe mal wieder gar nichts.
Dies unterstellt Zufälligkeiten und unterschlägt das Bemühen der Deutschen Bahn AG.
 
DB-Service auch für Autofahrer
Strecke: Irgendwo hinter Köln
Fahrt am: 01.03.2006
Im Zuge des Umbaus der Bahn AG vom Eisenross-Kutscher zum globalen Logistikdienstleister können jetzt auch Autofahrer verstärkt vom erfolgreichsten Produkt des Verkehrskonzerns profitieren - der Wartezeit.



 
Mehdorn erklärt die Bahn
Strecke: Berlin - Hamburg
Fahrt am: 30.01.2006
Im Interview mit dem SPIEGEL gibt uns Bahn-Chef Hartmut Mehrdorn heute mal was zum Nachdenken mit auf den Weg:

1.) "Menschen wollen nicht von einem Bahnhof zum anderen, sondern von zu Hause an ihr Ziel."

Stellen Sie sich vor, Sie kommen am Ziel an, früher oder später, und sind irgendwie unglücklicher als vor dem Aufbruch. Wer sagt, dass es am abgefrorenen Arsch im Wartehäuschen lag, am dafür überheizten und überfüllten Zug oder am Schaffner, der seine schlechte Laune über den überfüllten und überheizten Zug an Ihnen ausgelassen hat. Geben Sie die Schuld nicht voreilig dem Hartmut und seinem Beförderungsunternehmen. Vielleicht hat das Unglück ja schon damit begonnen, dass sie mit dem falschen Fuß aufgestanden, gleich vor der Haustür in einen Hundehaufen getreten sind oder sich die Wahl des Zielorts einfach nicht sorgfältig genug überlegt haben. Solche Faktoren liegen allerdings außerhalb der Verantwortung selbst des globalsten Mobilitätsdienstleisters.

2. "Unser Produkt heißt nicht mehr nur Bahnfahren, sondern Mobilität."

Und Mobilität ist alles, Hauptsache es bewegt sich was. Darunter fällt auch die Abstimmung mit den Füßen und die panische Flucht auf die  Autobahn. Denken Sie mal drüber nach.
 
Nachtgedanken bei 8 Grad Minus
Strecke: Fallersleben Bahnhof
Fahrt am: 28.01.2006
Kein Wunder, dass bei der Bahn nix klappt, wenn ihr stolzester Aushang an jedem Bahnhof das Porträt unserer persönlichen "Ansprechpartner in der 3-S-Zentrale" ist, wobei "3-S" bedeutet: Service, Sicherheit, Sauberkeit.
Wie wär's mit "3-F"?  Freundlichkeit, Fahrkomfort, Faire Preise!
Oder legierten "3 P"? Pünktlichkeit passt prima!
Oder der guten alten "SPD"? Superlaune, Perestroika,  Dankbarkeit!
Als Transportgut könnten uns auch die "5 Freunde" weiterbringen: Jeduld (beim Fahrkartenkauf), Darmverschluss (dann macht das auch nix mit den kaputten Klos), Akzeleranzhemmung (von wegen der geringen Beinfreiheit bei der Freiheitsbahn), Gratisbier (hilft immer) und Tortenguss.
Aber die DB fährt ja nur in Deutschland. Und deshalb gibt's eben Service (damit ist die Fahrkartenkontrolle gemeint, denn der Schaffner im Nahverkehr heißt ja auch nicht mehr Knippser, sondern Kundenbetreuer), Sicherheit (leider immer vor den Falschen) und ethnische Sauberkeit.
 
Schwerer Presseerklärungs-Zusammenstoß
Strecke: Hamburg - Berlin
Fahrt am: 13.01.2006
"Die Gespräche mit dem Hamburger Senat dauern an. Der Vorstand wird das Angebot in Ruhe aushandeln und den zuständigen Gremien zur Bewertung vorlegen."
(Deutsche Bahn, 12.01.06 )

"Wir betrachten deshalb unsere Gespräche mit dem Vorstand der Deutschen Bahn AG als beendet"
(Ole von Beust, OB Hamburg, 13.01.06 )

 
Bahn TV
Strecke: Am PC wegen der Reiseplanung
Fahrt am: 05.01.2006
Verspätungsfrei hat die DB heute um 18 Uhr die Spätausgabe ihrer Bahn-TV Nachrichten ausgeliefert. Von Verspätungen und Ausfällen bei den Zuschauern weiß Stefan Lampe zu berichten.
 
DB schreibt sich schön
Strecke: Weltweit
Fahrt am: 26.12.2005
"Das komplexe Schriftsystem ist auf die vielfältigen Anforderungen des weltweit operierenden Konzerns zugeschnitten. Die sechs Familien, die sich zum Beispiel DB Sans, DB Serif oder DB News nennen, wurden alle aus einem Formrepertoire entwickelt. Dennoch verfügen die insgesamt 34 Schnitte über jeweils ausreichend formale Eigenständigkeit. Auf diese Weise wird eine hohe Ähnlichkeit über alle Medien hinweg sichergestellt, ohne in Uniformität zu verfallen. Im Mittelpunkt der Entwicklung stand die optimale Lesbarkeit."
Haben Sie das lesen können? Damit erklärt die Bahn, warum sie eine neue Schönschrift schreibt: „DB Type“. Damit würden die "emotionalen Werte des DB-Konzerns besser transportiert." Ob hierdurch Auswirkungen auf den komplexen Transport des Personenguts in Erwartung stehen, teilte der weltweit operierende Konzern nicht mit.
 
Rückblick II
Strecke:
Fahrt am: 22.12.2005
Zweitnervigstes Bahn-Wort des Jahres: "Danke für Ihre Reise mit der Deutschen Bahn, wir sagen tschüß und Aufwiedersehn." Ihr könnt mir gerne beim Aussteigen die Hand reichen oder ein Vollmilch-"Merci" offerieren - aber megaphorisch längs durch den Zug geschleudert geht es vor jedem Halt einfach 80% der Fahrgäste auf den Senkel. 
 
Rückblick I
Strecke:
Fahrt am: 21.12.2005
Ein Bahn(Card 100) Jahr neigt sich dem Ende zu. Das nervigste Wort des Jahres ist ohne Zweifel "gastronomischer Service", auf den uns definitiv gastronomisch völlig rohe Fernzugkontrolleure meinen alle 15 Minuten per Lautsprecherdurchsage aufmerksam machen zu müssen. (Übrigens ein echtes Plus der Bahn gegenüber dem Flieger: ihr Lautsprechersystem. Doch, da kommt was raus, und man kann es fast immer auch vernehmen.)  
 
Bahnsprechanalyse vom Zwiebelfisch
Strecke: Am Zugende
Fahrt am: 21.12.2005
Weil ich über die Feiertage nicht bahnfahren werde, hier zum Trost kleine Sprachanekdoten , die über den Leidgenossen Denis Kautz gelinkt sind. Und dazu ein Leserbrief von Lorenz Lorenz-Meyer.
 
Biologische Misstöne
Strecke: RE 10110
Fahrt am: 20.12.2005
Einmal, wenn der Original-Zentral-Anatolien-Türke mit seinem orientalischen Dudel-Gedöhnsekasten zuverlässig das Luftgeschmatze der deutschen Oma eine Reihe hinter mir übertönen würde, fährt er nicht mit. Einzige Rettung weit und breit: ich simuliere einen Akkustik-Schlaf. Der lautere gewinnt.
 
Entschädigung für Verspätung?
Strecke: beim Warten auf den verpassten Anschlusszug
Fahrt am: 15.12.2005
„Wenn die DB das nicht leisten kann, dann sind die Fahrkarten nicht mehr wert als Lotterielose. Wer Opfer einer Verspätung wird, hat eine Niete für viel Geld gekauft.“(Rainer Engel, Fahrgastverband Pro Bahn )
 
Personalschaden
Strecke: ICE
Fahrt am: 12.12.2005
10% Bordpreisaufschlag verlangt die DB für Fahrkartenverkauf im Zug. Das sei noch sehr günstig und entgegenkommend, meint das Schaffner zum Transportgut mir gegenüber, schließlich könne man bei der Stewardess gar kein Ticket lösen, egal zu welchem Preis.
 
Wo sind sie geblieieben?
Strecke: Beim Unsteigen verbotenerweise weil rauchfreier Bahnhof eine durchziehend
Fahrt am: 10.12.2005
Liebe Bahnanas, seit langem rätseln wir hier gemeinsam mit unseren Lesern über Bahn-Symptome. Eines der großen Rätselfelder ist die Definition von "Fortschritt" in Ihrem, also ja eigentlich unserem, Unternehmen. Beliebtes Forschungsobjekt sind dabei die verschiedenen Varianten von neuen Regionalzügen. Z.B. der Verzicht auf Raucherabteile. Was soll der Scheiß?
Handelt es sich um eine erzieherische Maßnahme? Um eine von Ihrem Eigner erzwungene Staatsrepression? Oder um ein ausgetüfteltes Kunden-Bespaßungs-Programm (heimlich rauchen auf dem Klo, wie vor 30 Jahren in der Schule - der Tipp kam übrigens vom Schaffner oder zugbegleitenden Schaffnerersatz, wer blickt da noch durch).
Mit Nichtraucherschutz oder Sparmaßnahmen kann es ja kaum etwas zu tun haben, wenn ich mir z.B. den RE 11470 betrachte.
Also, helfen Sie uns und unseren Lesern im Namen der Freiheit, dem ideellen Gut, dem auch Sie Ihren Job verdanken. Herzlichst, die Bahn-Blogger.
 
Convenience Food und Harald Schmidt (Recycling)
Strecke: bei Aachen, via UMTS surfend
Fahrt am: 24.11.2005
Die Frau vom Bahn-Catering ist wirklich klasse. Namen darf ich hier nicht verraten, wie haben quasi geheim geplaudert. Aber ich bin nun fast überzeugt, dass wir auch zuhause unbedingt Convenience Food einführen müssen - weil kochen ist echt out und schmeckt auch meist nicht. Das Thema wird uns weiter begleiten, heute dazu nur ein alter Harald Schmidt (alt vor allem, weil die Speisewagen ja dann doch nicht abgeschafft wurden, denn Convenience Food ist einfach ein Muss heute, so wie Gummis):
"Sparkurs bei der Deutschen Bahn: Statt Speisewagen mehr Bistros und Service am Platz; Der Speisewagen wird abgeschafft, weil, wie die Bahn sagt: der ganze Zug ein Restaurant ist. Mit diesem Argument könnte man auch das Bordklo abschaffen."
 
DB unverstanden
Strecke: Irgendwo zwischen Weichen
Fahrt am: 18.11.2005
Service-Wüste Bahn - das stimmt gar nicht. Die Bahn läßt dieses in Wahrheit fruchtbare Feld nur brach liegen, damit die Kunden es selbst bestellen können. Und über sich hinauswachsen. Nehmen Sie nur diesen Satz: "Bitte verlassen Sie diesen Ort, wie Sie Ihn selbst vorfinden möchten!" Dreist im ersten Augenblick, mit dem zweiten Blick, rundum - eine Herkules-Aufgabe.
 
Nachtrag zum Scheißtag (8.11.)
Strecke: Münster
Fahrt am: 12.11.2005
An manchen Bahnhöfen gab es auch mal den sogenannten Express-Schalter: Keine Fahrplanauskünfte, keine Beratung, keine Fragen, keine Lügen. Einfach Geld hin, Ticket her. Nächster bitte. In Münster wurde er leider abgeschafft, entweder, weil er für die Bahnkunden entschieden zu komfortabel war, und damit dringend bahn.comfort first class aufpreispflichtig werden musste – oder aber wegen der Blödheit meiner verehrten Mitreisenden, die nicht verstanden haben, dass sich kurze Wartezeiten und langes Palaver mit dem Bahnkartenfachverkäufer ausschließen.
 
Bahn-Apotheke
Strecke: Unvorsichtiger Test kurz nach Spandau, ICE 854 Berlin - Hannover
Fahrt am: 04.11.2005
Habe ein gute Alternative zu Glaubersalz gefunden: "Landbrot mit Hähnchenbrust". Eine Portion zum Spottpreis von 3,50 EUR gereicht dabei einer gesamten Kegelcrew zum fröhlichen Kollektiverbrechen.
 
Bahnfahren mit Error 404
Strecke: Im Vorfeld zu Mamas Geburtstag
Fahrt am: 02.11.2005
Von den Strapazen einer Vorbahnreise am PC schildert Stephanie Wetzig im Reise-Ressort von SpOn . In der Tat gibt es ja an vielen Bahnhöfen keine "Schalter" mehr (wo soll das eigentlich hinführen, wo doch Kurt Tucholsky so treffend bemerkte: "Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehn. Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen.").
 
Sauteure Bahn-Tickets
Strecke: Entspannt lesen im Zug
Fahrt am: 30.10.2005
Eine sehr schöne Umschreibung für sauteure Bahn-Tickets liefert Lothar Kölbl im DB-Magazin "mobil" (11/2005) wie folgt: "Diese Geräte (=Fahrkartenautomaten) geben ja, wenn man so will, Wertpapiere aus, oft mit einem Fahrkartenwert im dreistelligen Eurobereich."
 
Wir machens unmöglich - Deutsche Bahn
Strecke: RE 11466 Gießen - Köln, ca. 11:54 - 11:58
Fahrt am: 20.10.2005
Schaffner: "Das ist eine Mehrfachkarte, die müssen Sie vor Fahrtantritt entwerten"
Reisegut: "Ich weiß, aber in Gießen gibt es keine Entwerter.
Schaffner: Das stimmt, im gesamten RMV gibt es keine Entwerter.
Reisegut: Können Sie dann nicht mit ihrem Schaffnerstempel die Karte entwerten?
Schaffner: Nein, das kann ich nicht.
Reisegut: Und nun?
Schaffner: Dreieurodreißig kostet das, eine neue gültige Fahrkarte.
Reisegut: Ich habe aber kein Geld dabei.
Schaffner: Dann brauche ich Ihren Ausweis.
Reisegut: Und dann?
Schaffner
: Kostet das 40 EUR.
Reisegut
: Bin ich jetzt ein Schwarzfahrer? Schaffner: Sie müssen ja nicht gleich zahlen, Sie können ja erstmal dahin schreiben, so und so wäre das gewesen, vielleicht klappt das ja. Und künftig immer vor Fahrtantritt entwerten.
 
Wo du wolle? - Egal, du eh nicht hinkomme
Strecke: Stuttgart - Darmstadt, IC 2298
Fahrt am: 16.10.2005
Nein, versichert der Transportbegleiter, er sei nicht unfähig, das Kursbuch zu lesen, um mir einen Anschlusszug zu empfehlen. Sie seien damit schlicht nicht mehr ausgestattet. Was er als Rotarmbindenträger weiß, steht bereits in dem Faltblatt "Ihr Reiseplan", das an meinem Platz ausliegt.
Wer also Verspätungen managen will, braucht ein Handy, einen guten Freund, den er zu jeder Zeit anrufen kann und der über Internet verfügt, um www.bahn.de zu befragen. Wieso die DB die Unfähigkeit ihrer Mitarbeiter so vorsätzlich fördert - keine Ahnung, aber die entsprechende Anfrage beim Hauptquartier läuft.
 
Bahnhofsdrogerie
Strecke: Dortmund, HBF
Fahrt am: 14.10.2005
Haben Sie schon mal in einer Bahnhofsdrogerie einkaufen müssen? Da gibt's auf alles einen Preiszuschlag und garantiert Pfandwertbehälter, deren Pfandwert an jedem anderen Ort der Einkaufswelt auf die Stufe "Nutzloser Ballast" fällt. Außerdem gibt's da auch Zeit zu verkaufen - gleich an der Kasse. Sie haben da nämlich Zeit zu verkaufen und auch noch für umsonst! Stellen Sie sich einmal mit einer pfandwertbehältnisumhüllten Cola in eine Schlange und studieren Sie das Verhalten einer fingernagelbewehrten Verkaufsschnecke: wie sie mit ihren spitzen Hornfühlern nach jedem einzelnen Schokoriegel in Superslomotion tastet oder mit buddhagleicher Seelenruhe eine Münzrolle entblättert - da rauscht Ihnen die Zeit nur so aus den Taschen und ihr Blutdruck steigt auf unerreichtes ICE-Tempo. Da brauchen Sie die Cola gar nicht mehr.
 
Wegtreten
Strecke: Würzburg - Stuttgart
Fahrt am: 14.10.2005
Kann der nächste Verteidigungsminister nicht verfügen, dass die Woche für seine Rekruten jeweils donnerstags beginnt und dienstags endet? Diese Horden an Freitagen und Sonntagen - wie jeder Bundeswehrtransport von uns bezahlt - das ist doch ekelhaft.
 
Imagekampagne
Strecke: aussen, tag, in einem auto in einer autoschlange sitzend
Fahrt am: 04.10.2005
12 Minuten geschlossene Schranken in Lippstadt. Ohne dass irgendetwas Eisenbahnartiges vorbeifährt. Ich hatte ganz vergessen, dass die Image-Kampagne der DB nicht nur in ihren Zügen läuft. Auch als Autofahrer soll man das Unternehmen Zukunft wahrnehmen.
 
Bahn-Arbeiter
Strecke: 10 Uhr, überall in Deutschland
Fahrt am: 30.09.2005
Hat von euch lieben Lesern eigentlich schon jemals einer im Bahnhof oder an ein Bahnstrecke auch nur 50% der dort versammelten Arbeiter arbeiten sehen? Nur von den orange-beschutzwesteten (die gelben sind ja bezahlte Hansguckindielufts, die das Nebelhorn blasen, wenn sie von einem Zug erfasst werden).  Also wo ich schaue - es ist gerade allgemeine Mittagspause, nur ein Türke (wohl Ende 50, optisch Mitte 70) holt eine Schubkarre oder trägt eine Schaufel weg. 
 
Deutschland verdunkeln
Strecke: irgendwo bei Sonnenschein
Fahrt am: 18.09.2005
Mit wem hat die Bahn eigentlich Verträge, dass man kein Fenster mehr "verdunkeln" kann? Früher gab's in jeder Pups-Schaukel Vorhänge, sehr hässlich, extrem stinkend, aber funktional. Aber heute: nix mehr. "Lass die Sonne in mein' Zug" - für den Wärmerücktransport gibt es dann die Klimaanlage. Damit man irgendwann auch wieder etwas auf seinem Laptopbildschirm sehen kann, wird die Deutsche Bahn AG im nächsten Frühjahr schwarze Löcher in ihren Transportbehältnissen installieren. 
 
"Wir bitten noch um etwas Geduld"
Strecke: Hamm - Kamen
Fahrt am: 14.09.2005
Dauert eigentlich  7 Minuten. Heute aber 87. Kleine Baustelle auf der Strecke, was niemand wusste, wissen konnte, wissen durfte.  
 
Nietzsche im Zug
Strecke: Bochum - Hamm
Fahrt am: 11.08.2005
"Nietzsche dachte aphoristisch" (Zitat eines Bahnreisenden)
 
Selbsthilfegruppe Security-Phobie
Strecke: Internetbahn
Fahrt am: 06.08.2005
Ich bin nicht alleine! Es gibt noch jemanden, der Angst vorm großen Sicherheitsmann hat. Mario , wir schaffen das.
 
Wunschalptraum
Strecke: Bahnhof Fröndenberg
Fahrt am: 05.08.2005
Manchmal hilft das ja: Sich zurücklehnen in den unbequemen 2-Klasse-Comfort-Sitz und die Gedanken berserken lassen. Mit einer riesigen Planierraupe einfach mal den Bahnhof plattwalzen, mitsamt Zug und Info-Point. Gut: Suchen Sie nach der Planierraupe im Sonderangebot, hier gibt’s den Bahnhof!
 
Kreuzung
Strecke: Dortmund - Münster, Der Lünener
Fahrt am: 02.08.2005
Der Zug steht. Vor dem Fenster wuchert ein grüner Dschungel. Der Zug steht nämlich auf dem Nebengleis eines vergessenen Bahnhofs irgendwo im Münsterland, also im Urwald. Der zugehörige Vorgang heißt Kreuzen. Sprich die Paarung zweier unseliger Umstände: Die Strecke ist nur eingleisig beschleichbar und ein anderer Zug kommt von vorne. Er kreuzt. Dummerweise weiß man nicht genau wann, da es sich um den IC aus Hamburg handelt – planmäßige Verspätung 5 bis 50 Minuten. Wir warten. Wir haben gewissermaßen den weiblichen Part bei dieser Paarung. Dann kommt er. Zack und schon passiert, in 5 Sekunden.
 
Mit dem Neubaudoppelstockwagen durch Mecklenburg-Vorpommern
Strecke: Regionalnetz Mecklenburg-Vorpommern
Fahrt am: 02.08.2005
„In Mecklenburg-Vorpommern erwartet den Reisenden ein vertaktetes Nahverkehrssystem, das im Land gute Ausflugsmöglichkeiten bietet. Mehrere Knotenpunkte im Land gewährleisten dabei komfortable Umsteigebeziehungen zwischen den Linien.“ – na, Lust bekommen? Auf schnieke Neubaudoppelstockwagen mit Fahrgastinformationssystem? Noch mehr Umsteigebeziehungen kann man hier kennen lernen.
 
Bahn klappt zusammen
Strecke: Berlin, künftiger Hauptbahnhof
Fahrt am: 26.07.2005
Wissen Sie eigentlich wie man Bügelbauten umklappt. Also, die Bahn pressemitteilt dazu folgendes:
„Dabei werden zwei zunächst senkrecht errichtete Stahl-Betonkonstruktionen von über 40 Metern Höhe und je 1200 Tonnen Gewicht nach dem Prinzip einer Klappbrücke gegeneinander geklappt und in der Waagerechten miteinander verbunden.“
Auch wenn sie es nicht verstanden haben, eines werden Sie verstehen müssen: Das Umklappen von Bügelbauten führt selbstverständlich zu Verspätungen!
 
Künftig steht Luft ohne Rauch im Zug
Strecke: DB-Netz Bayern
Fahrt am: 25.07.2005
„Frischen Wind statt dicke Luft", verspricht jetzt die Bahn in Bayern. Auch in den „lokbespannten Regionalzügen“ soll es nun heißen: „Danke, dass Sie hier nicht rauchen!“. Bitteschön. Aber was für ein frischer Wind soll jetzt einziehen. In den modernen lokbespannten Konservendosen ist es doch allenfalls auf dem Klo noch möglich einen Spalt Fenster zu öffnen.  
 
Bahn-Ballon
Strecke:
Fahrt am: 19.07.2005
Ich warte immer noch auf meinen Ballon mit heißer Luft. Sind wahrscheinlich alle in die Oberleitung geraten.
 
Fahrschein ungültig
Strecke: NRW-Express, Hamm - Bochum
Fahrt am: 17.07.2005
Dialog Fahrkartenkontrolleurin - Kunde:

"Sie haben kein gültiges Wochenend-Ticket. Hier steht nicht Ihr Name drauf."
"Ja, unser Mitfahrer ist gerade ausgestiegen. Der hat das Ticke gekauft. Wir müssen jetzt nur noch eine Station weiter."
"Das interessiert mich nicht. Da steht nicht ihr Name drauf. Das ist kein gültiges Ticket. Das wird eingezogen."
"Aber das wussten wir ja nicht, dass die Wochenend-Tickets jetzt nur noch mit Name gültig sind."
"Dann müssen Sie eben öfter mit der Bahn fahren."
 
Kleingeld
Strecke: Berlin, Ostbahnhof
Fahrt am: 14.07.2005
Tatsache, auch im Berliner Hauptstadt-Bahnhof gibt es Schließfächer. Man muss nur lang genug suchen. Kostenpunkt für das kleinste Fach: 1,50 Euro. Dumm, jetzt habe ich gar kein 50-Cent.-Stück. Schnell zum Geldwechsler, den 5-Euro-Schein eingeschoben und - ich erhalte 5 Ein-Euro-Münzen. Schön für meine Münzsammlung, der es  allerdings immer noch am  50-Cent-Stück ermangelt. Ich erkundige mich bei einer Service-Beamtin, was zu tun sei, wenn der zuständige Wechselautomat gar nicht das benötigte Kleingeld herausgeben kann. Ah, so:  Ich habe einen nichtzuständigen Wechselautomat aufzusuchen, den auf der Toilette nämlich. Na klar wie Klowasser.
 
"Personenschaden" weicht "Notarzteinsatz"
Strecke: EC 22 Wien - Dortmund, Zustieg Koblenz
Fahrt am: 12.07.2005
Durchsage nach längerem Halt auf freier Strecke zwischen Koblenz und Bonn (geschätzt):
"Wegen eines Notarzteinsatzes im Gleisbereich vor uns fährt dieser Zug jetzt nicht nach Bonn, sondern hält in Brohl. Dort ändern wir die Fahrtrichtung und fahren zurück nach Koblenz, um auf die andere Rheinseite zu wechseln."
Ankunft in Bochum dann mit nur 143 Minuten Verspätung.
 
Blasenexpress
Strecke: Regionalbahn Münster - Essen
Fahrt am: 11.07.2005
Da sitzt man in einem dieser ganz modernen Nahverkehrszüge - mit Klimaanlage, Monitor für die Fahrtanzeige, Getränkewägelchen und einer Toilette, automatische Tür, leider defekt - man sitzt und denkt nur an eines: seine Blase.
 
Fahrrad-Plage
Strecke:
Fahrt am: 09.07.2005
Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, Personenzüge seien auch für den Fahrradtransport eine gute Idee. Ich erinnere mich noch selig, wie uns Nordseeurlaubern die Drahtesel im Güterwaggon hintergefahren wurden - mit hundert Macken und einer Woche Verspätung. Heute aber: Blockiert ein ganzes Fahrrad-Batallion den Toilettenzugang. Besonders schlimm ist es sonntags, wenn der radelnde Ü-50-Trupp eben nicht selbiges tut, sondern gleich den halben Zug in Besitz nimmt: Frühpensionierte Lehrer in kurzen Hosen - eine wahre Augenwüste sage ich Ihnen.
 
Dumm gelaufen
Strecke: Regionalbahn Witten - Bochum
Fahrt am: 07.07.2005
Alles sah so gut aus. Pünktlich läuft der Zug ein. Freie Plätze allüberall (Ferienbeginn!). Plötzlich die Durchsage: „LKW rammte Brückenpfeiler in Bochum-Langendreer. Weiterfahrt ungewiss.“ Ab in den Bus mit Ziel Ruhruni (kommt dem Fahrtziel Bochum Innenstadt schon ziemlich nahe, auch wenn die Uni auf dem freien Feld zwischen Witten und Bochum liegt). Busfahrt beginnt, ein letzter Blick zum Bahnsteig: der Zug nach Essen fährt nun doch ab. Na, Weiterfahrt war eben ungewiss.
 
Bahnsteigansage
Strecke: Frankfurt Airport
Fahrt am: 05.07.2005
Enthüllt! Die Bahnsteigansagen sind gar keine Bahnsteigansagen, es ist der Audiokanal zu Teleshopping. Normalerweise versteht man ja kein Wort, da immer irgendwo ein ICE steht, und der ja jeden Stillstand zu einer so lautprustenden Verschnaufpause benötigt, dass man einen Hörsturz bekommt.

Aber heute, in einem unbedachten Moment, schaltet der Zentralcomputer Bahnsteigdurchsagen Frankfurt Main Airport ein, während kein Zug steht, an- oder abfährt. Dumm gelaufen. Schon nächste Woche wird meine Investigation im Spiegel stehen. Jäh. .
 
"Planmäßige Ankunft"
Strecke: ICE 880 München - Hamburg
Fahrt am: 04.07.2005
Ankunftszeiten sind statistische Mittelwerte zwischen Abfahrt und tatsächlicher Ankunft.
 
Internetfahrscheine
Strecke:
Fahrt am: 02.07.2005
Am Anfang dachte ich, die Möglichkeit, Fahrkarten im Internet zu kaufen, solle einfach nur wie immer dem Personalabbau dienen. Wer braucht noch Menschen am Fahrkartenschalter? Der wahre Grund aber ist, dass so Kontrollieren wieder mehr Spaß macht: den Manipulationsversuchen sind hier Tür und Tor geöffnet, dementsprechend auch den Verdachtsmomententstehungen. Wunderbar. Fast keine Fahrt mehr ohne Ansatz eines Krimis. Das schönste aber ist das Mitraten: Schaffnertesse betritt Abteil, schnell das gesamte Transportgut checken und wetten, bei wem sie das Ticket moniert, wo den Kollegen zur Hilfe rufen muss und wo die "Bahnpolizei", unser neues FBI, verständigt. Herrlich!
 
Die Bahn will's wissen - aber nicht von jedem
Strecke: Endstation Redaktion
Fahrt am: 02.07.2005
Die Bahn will's wissen von ihren Kunden, aber offenbar nur 1. Klasse. Die Dokumentaion der Befragung durch eine Mitarbeiterin des FORSA-Instituts im Auftrag der DB:

"Sie sind männlich?" - "Ja."
" Sie haben eine BahncCard?" - "Ja, BahnCard 50."
"1. oder 2. Klasse?" - "2. Klasse."
"Damit ist das Interview beendet."
 
"Personalwechsel - die Fahrscheine bitte"
Strecke: Nürnberg - Würzburg
Fahrt am: 01.07.2005
Meine bisherige Hypothese zum Personalwechsel an jedem (!) Bahnof war: Hirnschwäche. Weil sich die "Zugbegleiter" eh nicht merken können , wen sie schon kontrolliert haben und wen nicht, tauscht man sie einfach an jedem Bf aus, das sieht weniger peinlich aus. Allerdings könnnen sich die meisten schon an einem 4-Sitze-Tisch nicht merken, wer ihnen vor 2 Sekunden bereits seine Mitfahrgenehmigung vor die Nase gehalten hat - also scheidet das eher aus. Neue Hypothese: versteckte ABM. Einfach weg von der Straße, rein in den Zug und - weil's da ja eh so voll ist - möglichst lange zwischengeparkt auf irgendeinem Bahnsteig vor dem Wechsel in den nächsten Zug.
 
Art. 72 Abs. 2 GG erfüllt
Strecke: Amberg
Fahrt am: 30.06.2005
Die deutsche Einheitskultur ist auch hier, nahe der tschechischen Grenze, angekommen: saubere, rauchfreie Bahnsteige ohne jeden Zugverkehr, ein Bahnhofsshop, der Trinkwasser (franz.) ab 1 EUR aufwärts anbietet, und ein moderner = funktionsfreier Busbahnhof mit aufwendigem Glasdach, das im Sommer den Hitze-, im Winter den Kältetod und bei Regen in jedem Fall einen Vollwaschgang garantiert.
 
Rationalisierung
Strecke: Nürnberg (Umsteigebahnhof)
Fahrt am: 30.06.2005
Die monotone, ein wenig an Raumschiff Enterprise erinnernde Computerstimme an allen Bahnsteigen, die Verbindungen ins Nirgendwo verkündet, verstärkt den Verdacht, dass die DB auch in ihren Zügen längst auf Computer umgestellt hat und diese emotionslosen wandelnden Etwasse Roboter-Zugbegleiter sind (Ausführung m oder w).
 
Bahn will's wissen
Strecke: Endstation Redaktion
Fahrt am: 29.06.2005
'tschuldigung, dass dies so lang dauerte, bin g'rad erst angekommen - und erfahre, dass mich das FORSA-Institut morgen im DB-Auftrag befragen möchte. Meine Qualitäten: Mann und BahnCard-Besitzer. Inhalt: Der BahnCard-Comfort-Service. Keine Ahnung, was es mit den Fremdwörtern "Comfort" und "Service" auf sich hat, aber ein Ergebnis der Befragung kenne ich schon jetzt: BahnCard-Männer haben im Fortpflanzungs-Wettstreit das Nachsehen. Denn wer zu spät kommt...
 
Muskelshirt, digital
Strecke:
Fahrt am: 29.06.2005
Die ganzen Typen rechts und links schräg vor und hinter mir - alles Angeber. Bei genauer Betrachtung spielen die Memorie oder Quake. Denn ob nun der "Regionalexpress" mit 80 km/h oder der ICE mit 320 km/h - DB Züge wackeln so kräftig, dass kritisches Live-Blogging erfolgreich unterbunden wird. Von handschriftlichen Notizen der Interviewaussagen meiner Laptop losen Nachbarn ganz zu schweigen. Aber das wissen ja die ganzen Nasen nicht, denen wir stolz vorschwindeln, Bahn zu fahren, weil man da so praktisch bei arbeiten kann. Ha! Ba
 
Aktion "Außerfahrplanmäßiger Mithalt"
Strecke: Gesamtes Streckennetz
Fahrt am: 23.06.2005
Aus Solidarität mit den Schweizer Bahnstehern startet DB Der Blog die Aktion "Außerfahrplanmäßiger Mithalt". Alle deutschen Bahnkunden sind aufgerufen ihre im außerfahrplanmäßigen Streckenhalt angesammelten Verspätungstage symbolisch den schweizer Eisenbahnopfern zu spenden. Erwartet wird eine größere Hilfswelle als nach der Tsunamikatastrophe Anfang des Jahres. 
 
Kreislauftraining
Strecke: Esch-Bochum
Fahrt am: 21.06.2005

Angesichts von mehr als 30 Grad Außentemperatur hält die Bahn einen neuen Kundenservice bereit: Das Train-Hopping (früher: Umsteigen) ist kostenfreies Kreislauftraining. Und so geht es: Rein in die klimatisierte Kühlbox (neuer Zug), pullovertemperiert, raus in die Hitze, rein in die Sauna (alter Zug), gefühlt 70 Grad, raus in die angenehme Hitze, wieder rein in die klimatisierte Gefriertruhe (neuer Zug), wollmanteltemperiert, raus in die unterträgliche Hitze und gleich Flucht in einen weiteren Kühltransporter - stattdessen Backofen: Klimaanlage kaputt, Fenster nicht zu öffnen, gefühlt 200 Grad.

 
Grillsaison eröffnet
Strecke: Stillstand
Fahrt am: 21.06.2005
Pünktlich zum Sommerstart (=längster Tag des Jahres) hat die DB die Grillsaison eröffnet. Kurz vor knapp konnten die Verriegelungsarbeiten noch zu öffnender Fenster und Fensterfragmente abgeschlossen werden. Bis auf einige alte Regionalzüge sind damit alle Transporteinheiten von DB Portation hermetisch abgeriegelt. Das eigenmächtige Handeln einzelner Transportgüter, das in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder die Allmacht der Bahngötter hart attackierte, findet damit ein Ende. Gemäß EU-Richtlinie werden sich in einigen Bahnhöfen die Aufenthaltszeiten ein wenig verlängern, um die Tränkmöglichkeit des Transportgutes wenigstens theoretisch zu gewährleisten.
 
No Smoking
Strecke: Nordwestbahn Osnabrück - Bremen
Fahrt am: 20.06.2005

In Achmer, Landkreis Osnabrück, gibt es einen Bahnhof. Eigentlich ist dieser Bahnhof mehr ein Haltepunkt. Eigentlich ist dieser Haltepunkt mehr eine Wiese zwischen den Gleisen, mit Wartehäuschen. Diese Wiese ziert jetzt eines der bislang vor allem von Metropolen-Hauptbahnhöfen bekannten orange-gelben Schilder: "Rauchfreier Bahnhof" - vermutlich zur Verhinderung von Steppenbränden, denn das Gras wird nur selten und auch beiweitem nicht überall auf dem "Bahnsteig" gemäht. 

Wer also rauchen will, muss das jetzt auf der Straße tun, da, wo es keinen Mülleimer für die Kippen gibt. Oder er raucht halt illegal aber dennoch unbehelligt auf dem "Bahnsteig", denn irgendwelches Bahnpersonal, das die "No Smoking Area" implementieren könnte, lässt sich vor Ort eh nie blicken.

 
Blockwart fehlt
Strecke: S1 Bochum - Essen
Fahrt am: 17.06.2005

Ja, hat das Akkordeon gestern noch frohlockt, so nervt es heute. Der Tag war hart genug, nun bläst mir am Platz am Mittelgang sitzend ein "Trompetchen ins Öhrchen". Wo ist er, der blauberockte Hilfssherrif? - Kein Verlass aufs Wachpersonal!

 
Morgenparty
Strecke: S 1 Essen - Bochum 9:50 h
Fahrt am: 17.06.2005
9:50 h  - S1
Mich friert's und natürlich ist die Bahn wieder zu spät, wie jeden Morgen. Es ist 9:51 Uhr.
Ob um 7:30 Uhr oder 10:10 Uhr, ich bin ja flexibel, doch die S-Bahn auch. Na, warten und den Tee später trinken. Ja, wir sind doch als regelmäßige und langjährige Kunden geduldig und was sind auch schon 10 Minuten, 'mal ehrlich, besser als im Stau stehen, oder?aaaaaAAAhHHHH, guck an eine Durchsage, ""....trallalal Verpätung...wenige MInuten...."" aber liebe Mithörer was sind das für Nebengeräusche, ich muß schon Mitlachen, obwohl ich eigentlich wieder meckern wollte; ärgere mich, dass ich kein Aufnahmegerät dabei habe; schallendes Kneipen-Gelächter im Hintergrund des Sprechers, na, den Kollegen geht's gut, sitzen schon im "Warmen" beim Plausch....Überlege, mir einen MP3-Player mit Mikro-Eingang zuzulegen, natürlich mit einer besseren Qualität, von wegen Nebengeräusche ;-)
 
Keine Mucke
Strecke: Aachen-Köln
Fahrt am: 16.06.2005
Musik! Mitten in der 2. Klasse frohlockt das Akkordeon. Nach etwa zwei Minuten stellen die Musikanten, gewiss Angehörige eines EU-Beitrittkandidatenlandes, das Musizieren ein. Der blauberockte Aufseher des fahrenden Lagers weist auf das korrekte Verhalten eines ordentlichen Beförderungssubjektes hin: Dahindämmern.
 
Fahrkartenkunde
Strecke: Bochum-Hamm
Fahrt am: 15.06.2005
Der Schaffner erklärt einem armseligen Beförderungssubjekt, dass das Lösen eines Westfalentickets im Zug teurer als am Schalter sein muss. Und warum es am Schalter teurer als am Automaten ist. Und warum er denn nicht sowieso ein anderes Ticket für die Hälfte des Preises löse. Nein, das gebe es natürlich nicht im Zug, sondern nur am Schalter und - billiger, logisch - am Automaten.
 
Reservierung
Strecke: Umsteigebahnhof Frankfurt Main Airport
Fahrt am: 14.06.2005

Ohne Reservierung sollte man zwischen 7 und 22 Uhr keinen ICE besteigen. Binse. Aber mit einer Reservierung für eine Fahrt kommt man ja nicht weit. Um alle "Personenschäden", "Stellwerkprobleme", "technischen Störungen" und "spielenden Kinder im Gleisbereich" zu kontern, müsste man in allen Zügen, die am Reisetag ungefähr in die Nähe des Ziels fahren, einen Sitzplatz reservieren.

Aber selbst dann gibt es keine Garantie, dass dieser Platz auch frei ist, nicht im Kleinkinderabteil liegt oder von der Bahn einfach mal wieder nicht eingepackt worden ist. Der einzig sichere Sitzplatz ist im "Führerstand".