HV sprach aus nächster Nähe mit dem Mann, für den die Politik einen
Präzedenzfall schaffen will: den Entzug der Staatsbürgerschaft.
HV: Herr Journalist, wie lebt es sich denn nun so ganz ohne Freunde?
Rieg: Ich spiele mit mir selbst.
HV: Beneiden Sie in diesem Punkt nicht manchmal Politiker, die qua Parteisatzung Freunde haben?
Rieg: Man kann weinen oder es lassen. Im Übrigen kommt mein Freund alle drei Monate und bleibt für die Ewigkeit.
HV: Stehen weitere Auswürfe wie die „Verbannung nach Helgoland“ zu befürchten?
Rieg: Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem zu essen und zu trinken zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören.
HV: Dies sind daher auch die Themen, die Sie bewegen. Unter anderem machen Sie Berufspolitiker dafür verantwortlich, dass „Tiefkühlpizza so scheiße schmeckt“. Was sagt der Arzt?
Rieg: Das sei nur der Anfang. Es müsse einfach alles raus, raus, raus. Der derzeit gewählte Weg des Keyboarding ist besonders hygienisch, wenn er auch nicht von der Schmidt-Kasse getragen wird.
HV: Sie leiten Ihre aktuellen Verbannungs-Pläne vom griechischen Scherbengericht her. Ist Ihnen in letzter Zeit ein Zaziki aufgestoßen?
Rieg: Verstehe ich nicht, Ihre Frage...
HV: ... obwohl sie doch kurz und sehr prägnant war.
Rieg: Ich mag kein Döner, egal ob mit alles oder nicht mit alles, und das hat nichts mit Verheugen zu tun.
HV: Wollen Sie auch noch die Politiker außerhalb Deutschlands attackieren?
Rieg: Quatsch! Sonneborns PARTEI-Soldaten sollen einfach nach Separierung der Ostzone die Mauer weiter bauen, über Passau, Kempten, Mülheim, Saarbrücken and so on.
HV: Die Anwalts-Sozietät „Gitta & Friends“ will Sie mit einer einstweiligen Verfügung stoppen.
Rieg: Die Verbannung ist nicht mehr aufzuhalten, und die Rechtsanwälte stellen sich mal brav hinten in der Reihe an, die kommen schon noch dran.
HV: Herr Rieg, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. Machs gut.




