:: Impressum
:: Kontakt
Samstag, 04.Februar 2012
 
Aufbau Deutschland

Aus dem Bahnblog | 09.07.2006 | druckansicht

Was will der Automat von mir?

Kompetent, schnell, höflich, geduldig – nicht umsonst versucht die Bahn dem Fahrgast ihren touchscreen-gesteuerten Fahrkartenautomaten als Alternative zum stress- und launenanfälligen humanen Verkaufspersonal schmackhaft zu machen. Ich benutze die chicen roten Kästen gerne – normalerweise.
Die Prozedur beherrsche ich mittlerweile im Schlaf: Mit entschlossenem Zeigefinger nachdrücklich meinen Reisewunsch verdeutlicht. Passendes Angebot ausgewählt. Geärgert, dass die eigentlich selbstverständliche Platzreservierung extra kostet. Jetzt noch schell die Bahncard zum Gummipunkte Sammeln eingef… Moment, was ist das: „Bitte vervollständigen Sie Ihre BahnCard-Nummer.“

Na gut, denke ich, da wird irgendeine Studie der Kundenserviceologie ergeben haben, dass es für den Bahnnutzer bequemer und weniger fehleranfällig ist, eine zehnstellige Nummer einzutippen, anstatt eine Karte richtig rum (schwarzer Magnetstreifen unten rechts) in den Schlitz zu stecken. Gesagt, getan, nur einmal vertippt, OK und fertig.

„Der gewünschte Bezahlvorgang ist zur Zeit nicht möglich!“, bescheidet mich der elektronische Bahnbeamte. Moment, soweit waren wir doch noch gar nicht. Erst muss ich doch meine EC-Karte einf… Erst da fällt mein Blick auf das kleine grüne Display rechts unten, wo man normalerweise den Bezahlvorgang mit der Eingabe seiner Geheimzahl feierlich abschließt. Es ist tot. Tot, tot, tot.

Der Automat hatte eigentlich nie vor, mir eine Fahrkarte zu verkaufen. Aber das sagt er mir natürlich erst, nachdem ich fünf Minuten mit ihm verhandelt und ihm meine Bahncardnummer buchstabiert habe. Herzlichen Dank. Das elektronische Servicepersonal der Bahn wird seinem biologisch-verbeamteten Vorbild wirklich immer ähnlicher.

Bahnblog www.der-blog.de

Kommentare

+ Hinzufügen

07.02.07 12:56, arne

sehr schön geschrieben. man muss die automaten der bahn, genauso wie schaffner, reisezentrum-ma und sitzgelegenheiten einfach lieb haben... grüße vom arne www.krabbensalat.com

+ Hinzufügen

Scheiß Werbung::::::::::::
Verbannung nach Helgoland - Reich & glücklich ohne Politiker

Das völlig andere Deutschland-Buch, das die Einführung der Demokratie nicht nur fordert, sondern für möglich hält. Hardcover Im Buchladen für 13,50 EUR zu haben. Rezension RP: "Es sollte deshalb Pflichtlektüre für jeden sein, der sich mit Politik beschäftigt. Vor allem für Politiker." Aktueller Wahnsinn hier.
Keine Werbung


ONLINE-WAHN Das kuriose Bild des Tages
Deutschland, Deutschland über alles

Kurt Tucholsky relaunched. Der Bestseller von 1929 neu herausgegeben von Timo Rieg. Mit aktuellen Bildern und Dokumenten und einer feinen Auswahl an Tucholsky-Texten aus dessen Gesamtwerk. Hardcover, ISBN 3-938081-91-0, Verlag Berliner Konsortium, 18.- EUR. In jeder Buchhandlung. Rezension zum Relaunch hier.

Es geht um alles! 500 neue Abos für die Jungle World.

Das Zitat des Tages wird Ihnen präsentiert von www.zitate.de
Als investigative...

Berliner Insel-Zeitung sind wir natürlich Fan von Netzwerk Recherche.