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Samstag, 04.Februar 2012
 
Aufbau Deutschland

Freiheit der Satire | 04.07.2006 | druckansicht

Titanic wollte Kurt Beck nicht weh tun

Thomas Gsella tut das alles furchtbar leid. Wie man ihn von seinen Lesungen kennt, gibt es den trocken Verständigen, den freundlichen, inzwischen groß gewordenen Ex-Zivi, der schon immer nebenan wohnt. "Das ist natürlich alles ein Missverständnis", versichert er mit zwei Familienpackungen Glaubwürdigkeit. "Niemand hat behauptet, dass Kurt Beck abgeschossen werden soll." Was jeder, der sehen kann, bestätigen wird. Doch wie üblich im Zuge der "Einstweiligen Verfügung" hat das bei Klage-Anwälten beliebte Landgericht Hamburg wegen der Dringlichkeit ohne Anhörung der titanic entschieden : der Problembär darf nicht weiter behauptet werden. Der Slogan "Knallt die Bestie ab" steht auf dem Index.
Dass es zu dieser Verwechslung überhaupt kommen konnte, schiebt Gsella in den Verantwortungsbereich der dpa. Da habe jemand das Bild unter "Bär" einsortiert.
Das ist mit der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit geflunkert, denn das dpa-Bild ist ohne die Buchstabenfolge "Bär" ausgezeichnet .
Überzeugend hingegen, was Gsella von seinen Lesern erfahren hat: "Beck kann gar kein Bär sein, sondern nur ein Hamster - man beachte die Backen." Doch mit dem Thema wäre titanic reichlich spät . Und so bleibt es dabei: man wollte doch nur auf das Problem mit dem Bären hinweisen, auf Bayern, den Abschuss, das Agenda setting, Sommerloch - vieles eben, und alles ganz weit weg von wirklich bösen Dingen.

Wie groß das Ungemacht ist, das sich derzeit über Bockenheim zusammenbraut, weiß niemand zu sagen. Während Thomas Gsella meint, beide Seiten seien derzeit ruhig, es sei ja eher eine Bedachtheit gefordert, die titanic natürlich gerne nun noch verstärkter an den Tag legt, sieht SPD-Sprecher Lars Kühn das angedrohte Ordnungsgeld ("bis zu einer Höhe von 250.000 EUR") nun fällig, da der Titanic-Titel nicht aus der Welt ist - doch die Rechtsberaterin der titanic weilt noch bis Donnerstag in den USA. Allerdings ist die SPD für das Verfahren gar nicht zuständig, - Becks Anwälte von der Kanzlei Redeker vertreten keinen Ministerpräsidenten und keinen SPD-Parteichef, sondern einen ganz privaten Kurt Beck.

Kommentare

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05.07.06 01:48,

Dafür, daß es um die private Glücksseeligkeit des SPD-Problembären geht, ist das Engagement seiner Partei höchst erstaunlich.

05.07.06 13:46, mate

wo ist denn der Artikel mit den demonstrierenden Lehrern in Bärenkostümen hin?

05.07.06 14:09, HV

für Mate: Lehrer sind inzwischen im Lokalen - auf der Startseite bleiben die Artikel je nach Gewicht nur einige Stunden bis Tage, maximal 2 Wochen - Ausnahmen vorbehalten. http://www.vorbote.de/Lokales/ Der alte Link ist aber weiterhin gültig.

05.07.06 16:09,

siehe kommentar kölner stadtanzeiger: http://www.ksta.de/html/artikel/1149702711376.shtml

17.04.07 13:15, Axel Schmickler

Das der Kurt Beck sich auf diesem Titelblatt als Bär angesprochen und beleidigt fühlt, ist ja schon bißchen dumm vom Kurt. Da wäre doch niemand drauf gekommen die Schlagzeile und den verdienten SPD Vorsitzdenden in Zusammenhang zu bringen.

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