Thomas Gsella 
tut das alles furchtbar leid. Wie man ihn von seinen
Lesungen kennt, gibt es den trocken Verständigen, den freundlichen,
inzwischen groß gewordenen Ex-Zivi, der schon immer nebenan wohnt. "Das
ist natürlich alles ein Missverständnis", versichert er mit zwei
Familienpackungen Glaubwürdigkeit. "Niemand hat behauptet, dass Kurt
Beck abgeschossen werden soll." Was jeder, der
sehen 
kann, bestätigen
wird.
Doch wie üblich im Zuge der "Einstweiligen Verfügung" hat das bei
Klage-Anwälten beliebte
Landgericht Hamburg 
wegen der Dringlichkeit
ohne Anhörung der titanic
entschieden 
: der Problembär darf nicht weiter
behauptet werden. Der Slogan "Knallt die Bestie ab" steht auf dem
Index.
Dass es zu dieser Verwechslung überhaupt kommen konnte, schiebt Gsella in den Verantwortungsbereich der dpa. Da habe jemand das Bild unter "Bär" einsortiert.
Das ist mit der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit geflunkert, denn das dpa-Bild ist ohne die Buchstabenfolge "Bär"
ausgezeichnet 
.
Überzeugend hingegen, was Gsella von seinen Lesern erfahren hat: "Beck kann gar kein Bär sein, sondern nur ein Hamster - man beachte die Backen." Doch mit dem Thema wäre titanic
reichlich spät 
. Und so bleibt es dabei: man wollte doch nur auf das Problem mit dem Bären hinweisen, auf Bayern, den Abschuss, das Agenda setting, Sommerloch - vieles eben, und alles ganz weit weg von wirklich bösen Dingen.
Wie groß das Ungemacht ist, das sich derzeit über Bockenheim zusammenbraut, weiß niemand zu sagen. Während Thomas Gsella meint, beide Seiten seien derzeit ruhig, es sei ja eher eine Bedachtheit gefordert, die titanic natürlich gerne nun noch verstärkter an den Tag legt, sieht SPD-Sprecher Lars Kühn das angedrohte Ordnungsgeld ("bis zu einer Höhe von 250.000 EUR") nun fällig, da der Titanic-Titel nicht aus der Welt ist - doch die Rechtsberaterin der titanic weilt noch bis Donnerstag in den USA. Allerdings ist die SPD für das Verfahren gar nicht zuständig, - Becks Anwälte von der Kanzlei Redeker vertreten keinen Ministerpräsidenten und keinen SPD-Parteichef, sondern einen ganz privaten Kurt Beck.